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Zukunftsorientierte Energien aus der Landwirtschaft

Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 ein Fünftel ihrer Versorgung aus erneuerbaren Energien kommt. Welche Rolle die Land- und Forstwirtschaft in Zukunft erhalten kann, war Thema einer Fachtagung in Salzburg.
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In den nächsten 20 bis 40 Jahren werden die fossilen Rohstoffe voraussichtlich zu Ende gehen, daher sucht man nach ersetzbaren Energien. Daneben ist jedoch nicht nur die Energieersatzfrage das Thema, sondern auch die Energieeffizienz und diese muss durch geringere Energieverluste und bessere Wirkungsgrade verbessert werden. Im Mittelpunkt steht natürlich auch der Energieverbrauch, wobei dieser unbedingt zu reduzieren ist.

Die Landwirtschaft ist ein interessanter Energielieferant, allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Landwirtschaft in erster Linie für die Nahrungsmittelproduktion verantwortlich ist. Daneben kann Energie produziert werden. Die Flächen, die zur Energieproduktion zur Verfügung gestellt werden, müssen auch wieder in die Nahrungsmittelproduktion leicht rückführbar sein.

Pflanzenbau mit Energieüberschuss

Die erneuerbaren Energien haben noch einen zusätzlichen positiven Nebeneffekt, dass das Geld im Wirtschaftskreislauf bleibt bzw. im eigenen Land. Somit werden auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Der Vorteil bei den erneuerbaren Energien liegt darin, dass sie alle CO2 neutral sind. Es muss durch die erneuerbaren Energien auch die CO2-Reduktion gegeben sein. Der Pflanzenbau ist der einzige Wirtschaftszweig der mehr Energie produziert als er verbraucht, und zwar im Verhältnis von 1:4 (Input zu Output).

Langfristig gesehen bringt die Bioenergie die Sicherung der Region. In Österreich werden rund 28 Mio. Festmeter Holz zu Bioenergie verarbeitet. Holz liefert zu 80 %, die Landwirtschaft zu 10 % Rohstoffe für die erneuerbaren Energien. Die Bedeutung der Bioenergie steigt in der Land- und Forstwirtschaft. Das extensive Grünland könnte in Form von Heupellets verwertet werden, wobei die Verwertung der WFR-Flächen (Ökologisch Wertvolle Flächen) im Vordergrund steht.

In der Bundesrepublik Deutschland bekommen die Biogasanlagenbetreiber einen Güllebonus. Ohne diesen Bonus (27 bis 28 Euro pro m) würden sich die Biogasanlagen nicht rentieren.

Situation bei Biogas

Die Obergrenze beim Biogasmaiszukauf liegt bei 40 Euro pro Tonne. Kostet der Mais mehr, so ist die Wirtschaftlichkeit absolut nicht mehr gegeben. Am besten haben sich jene Anlagen bewährt, die in Kombination mit der Tierhaltung (Milchvieh, Rindermast usw.) betrieben werden. Bei großen Anlagen mit 500 kW wird die Wirtschaftlichkeit kaum erreicht.

In Österreich werden aus einem Hektar Grünland rund 30 t Grassilage geerntet, somit werden 6000 m Biogas und 3250 m Methan produziert. Ein Problem sind der Schnittzeitpunkt und der Abtransport. Wegen der hohen Erntekosten reduzieren die Landwirte die Schnitthäufigkeit im Grünland wieder, von fünf auf vier Schnitte und von vier auf drei Schnitte. Positive Deckungsbeiträge werden erst erzielt bei 150 bis 200 kWel. Eine Biogasproduktion rein aus dem Grünland ist unwirtschaftlich, weil die Erntekosten zu hoch sind und diese kaum reduziert werden können.

In Kärnten sind Biogasanlagen mit 100 kWel in Verbindung mit der Tierhaltung (z. B. Milchproduktion) empfehlenswert.

Kurzumtrieb in der Steiermark

In Österreich werden 1000 ha Pappel und Weide angebaut. Für das Hackgut zahlt die Energie Steiermark 90 Euro pro Tonne Trockenmasse. Ohne Verträge macht der Landwirt diese Art von Energiegewinnung nicht. Daher bietet die Energie Steiermark Verträge mit einer Laufzeit von zehn bis zwölf Jahre an. Die Nährstoffversorgung ist sehr wichtig. Die Wuchsleistung wird bei einer richtigen Nährstoffversorgung wesentlich verbessert. 8500 Stecklinge pro ha werden bei der Pappel verwendet. Der TS-Ertrag liegt bei 20 t. Die Gesamtkosten pro Hektar betragen bei der Pappel 1463 Euro und bei der Weide 1412 Euro. Die Pappel ist 5 bis 7 % feuchter als Weide.

Photovoltaik stärker forcieren

Die Photovoltaik hat in Deutschland an Ansehen verloren, weil die Freiflächen (Acker- und Grünland) verbaut wurden. Im Jahre 2009 waren in der Bundesrepublik Deutschland 600.000 Anlagen in Betrieb. Ein zentrales Problem ist bei der Photovoltaik, wie die Täler der Stromspitzen ausgefüllt werden können. In erster Linie füllen die Gaskraftwerke diese "Stromspitzentäler" aus. Es werden für diese Anlagen auch Dächer vermietet. Dadurch wird ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen erwirtschaftet. In Deutschland ist es teilweise schon so, dass die Anlagen ständig den Besitzer wechseln. In einigen Fällen wissen die Landwirte nicht mehr, wem überhaupt die Anlage gehört. Jedoch am Monatsanfang bekommt der Landwirt das Geld für die vermieteten Dachflächen. Die zentrale Frage stellt sich noch:  Eignet sich jedes Dach? Es können sogar Flachdächer für die Photovoltaik herangezogen werden. Es werden trotzdem noch 100 % Nennleistung erreicht. Allerdings sollten aufgrund der höheren Verschmutzungsanfälligkeit diese Dächer nur im äußersten Notfall dafür verwendet werden. Im Jahr 2030 ist der gekaufte Strom teurer als der produzierte. Somit rentieren sich die Photovoltaikanlagen in Zukunft. Wissenschaftler aus Deutschland sagen, dass in fünf Jahren der gekaufte Strom teurer sein wird als der erzeugte. Der Solarstrom wird unser Energieproblem auch nicht lösen können, allerdings ist diese Art von Energieerzeugung für die Landwirtschaft interessant. In Österreich bzw. in Kärnten müsste in Zukunft diese Art von Energieerzeugung forciert werden.

Erneuerbare Energien

  • Wenn man von erneuerbaren Energien spricht, so handelt es sich hier um Sonne, Biomasse, Wind- und Wasserkraft.
  • Die EU verlangt von ihren Mitgliedstaaten auch eine Reduzierung der CO2-Produktion und die Erhöhung der Energieeffizienz.
23.12.2010
Autor:Ing. Hans Egger, LK Kärnten
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