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Weniger Betriebe – mehr Milch

Rekordanlieferung im Wirtschaftsjahr 2010/11. Nur Österreich, Deutschland und Zypern haben Quote­ überliefert. Osten holt auf.
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Im abgelaufenen Milchwirtschaftsjahr ist die Zahl der Milchlieferanten österreichweit um 3,2 Prozent auf 35.400 zurück gegangen. Die Zahl der Milchkühe ging um ein Prozent auf 527.400 Stück zurück. Gleichzeitig gab es im Wirtschaftsjahr 2011/12 eine Rekordanlieferung.

Rekordanlieferung

Die österreichischen Milchbauern dürften auch im März 2012, dem letzten Monat des Quotenjahres 2011/12, ihre hohen Anlieferungen beibehalten haben. In den ersten zehn Märztagen lag die Menge um 4,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, in der zweiten Dekade um 4,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Vormonat Februar wurde ein Plus von 3,5 Prozent verzeichnet. Bezogen auf das Ende März abgelaufene Milchquotenjahr 2011/12 lag die Anlieferung von Anfang April 2011 bis 20. März 2012 insgesamt um fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit steuern die heimischen Milchbauern auf eine starke Überschreitung ihrer Referenzmengen zu. Bis 10. März 2012 machte die Überlieferung knapp 120.000 Tonnen aus. Dies hätte für die betroffenen Betriebe in Summe eine Zusatzabgabe von rund 33,3 Millionen Euro zur Folge. Auch in der EU ist insgesamt die Anlieferung gestiegen.

EU: Mehr Anlieferung

Im Durchschnitt wurden in der EU-27 im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um 1,9 Prozent mehr Milch erfasst als im Jahr davor. Die extreme Kältewelle in Europa Anfang Februar 2012 hat das Milchaufkommen EU-weit nur kurzfristig gedämpft. Überdurchschnittlich hoch waren die Zuwachsraten in osteuropäischen Ländern. Aus Polen wird eine besonders kräftige Zunahme um 9,3 Prozent gemeldet. Auch im Baltikum ist die Milchmenge weiter stark gestiegen. Das starke Wachstum, das Ende 2011 in Ungarn und der Slowakei festzustellen war, setzt sich anscheinend weiter fort.

Wenige Länder überliefern

Die Mehrheit der EU-Länder hat weiter Spielraum, die Milchanlieferungen zu steigern, ohne dass Strafabgaben nach Brüssel drohen. Überlieferungen im laufenden Quotenjahr zeichnen sich nur für Österreich, Deutschland und Zypern ab. Dänemark, Belgien, Irland und Luxemburg werden voraussichtlich sehr nahe an der 100-Prozent-Marke sein. In Frankreich wird die Unterlieferung deutlich niedriger sein als in den Vorjahren. Auch Polen wird sich der 100-Prozent-Marke bereits wieder annähern.
17.04.2012
Autor:Franz Schallerl
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