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Weide braucht Vorbereitung

Mutterkühe: Futterumstellung ist für Rinder nicht unproblematisch. Etwa zwei Wochen braucht der Pansen, um sich auf neues Futter einzustellen: Durchfallgefahr.
Mutterkühe mit Kälbern sollten möglichst früh auf die Weide getrieben werden © Katja Seifert
Mutterkühe mit Kälbern sollten möglichst früh auf die Weide getrieben werden © Katja Seifert
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Mutterkühe mit Kälbern sollten möglichst früh auf die Weide getrieben werden © Katja Seifert
Mutterkühe mit Kälbern sollten möglichst früh auf die Weide getrieben werden © Katja Seifert
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Nach der Stallfütterung warten jetzt die Rinder, dass sie auf die Weiden können. Die Umstellung von der Winterfütterungsperiode auf das Grünfutter der Weide ist nicht unproblematisch und muss sehr gut geplant werden. Ein massiver Durchfall muss verhindert werden.

Zeit für Futterumstellung

Jedes Rind braucht etwa 14 Tage Zeit, um sich an ein neues Futter zu gewöhnen. In dieser Zeit baut das Rind im Pansen eine auf das Futter abgestimmte Bakterienkultur auf, die das Futter zerlegt und für die Nährstoffaufnahme vorbereitet. Jedes Futtermittel braucht eine eigene, ganz spezielle Bakterienkultur (Mikroben), damit das Futter aufgeschlossen werden kann. Nur wenn die Mikroben voll arbeiten, kann das Futter aufgeschlossen und dann als Nährstoff aufgenommen werden.

Möglichst früher Austrieb

Als wichtige Grundregeln für den Weideaustrieb für Mutterkühe mit Kälbern gelten:
  • Möglichst früher Weideaustrieb, damit das Gras den Rindern ins Maul wächst!
  • Rinder langsam (innerhalb von 14 Tagen) an die Weide gewöhnen.
  • Übergangsfütterung mit Heu, Grassilage und Weide.
  • Salz- und Mineralstoffergänzung unbedingt verabreichen.
  • Parasitenbekämpfung vor dem Weideaustrieb durchführen.
Junges Futter hat einen sehr hohen Eiweißgehalt. Deshalb muss beim Austrieb Heu zugefüttert werden  damit der Pansen sich langsam umstellen kann. © lk-stmk
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Junges Futter hat einen sehr hohen Eiweißgehalt. Deshalb muss beim Austrieb Heu zugefüttert werden, damit der Pansen sich langsam umstellen kann. © lk-stmk
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Junges Futter hat einen sehr hohen Eiweißgehalt. Deshalb muss beim Austrieb Heu zugefüttert werden, damit der Pansen sich langsam umstellen kann. © lk-stmk
Junges Futter hat einen sehr hohen Eiweißgehalt. Deshalb muss beim Austrieb Heu zugefüttert werden  damit der Pansen sich langsam umstellen kann. © lk-stmk
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Eiweißreich im Frühjahr

Der erste Aufwuchs auf der Weide ist sehr eiweißreich und hat wenig Struktur – also ein weiches, nährstoffreiches Futter. Das Rind muss dieses Futter aufschließen und dann aufnehmen und dabei kommt es dann zu Problemen, wenn der Umstieg auf das Weidegras schlagartig von einem Tag auf den anderen erfolgt. Die Mikroben im Pansen sind dabei völlig überfordert und reagieren mit Arbeitsverweigerung: die Folge ist, dass die auf Heu und Silage spezialisierten Mikroben kein Futter mehr haben und selbst absterben.

Nicht zu Schossbeginn

Junges Weidegras hat einen doppelt so hohen Rohproteingehalt wie beispielsweise Silage. Besonders kritisch ist das frühe Stadium des Schossens. Es ist daher ratsam, die Mutterkühe nicht genau im Zeitraum des Schossens auf die Weide zu lassen. Entweder früher oder später. Ein früherer Weideaustrieb verhindert einen Durchfall und ermöglicht eine Zufütterung von Heu und/oder Grassilage im Stall, bevor die Tiere auf die Weide kommen.

Durchfall vermeiden

Die Mikroben für Weidegras sind noch nicht in ausreichender Menge vorhanden und können das Futter nicht aufschließen. Die Folge ist massiver Durchfall. Damit bekommen die Kühe praktisch keine Nährstoffe, sie verlieren zusätzlich Flüssigkeit sowie Mineralstoffe und kommen damit in einen kritischen Zustand, wenn Kälber saugen. Sie würden viele Nährstoffe für die Milcherzeugung brauchen und sie sind gezwungen, Körpermasse abzubauen. Der Zustand der Kühe verschlechtert sich und die Kälber bekommen zu wenig Milch.

Später Austrieb

Werden die Mutterkühe spät – nach dem Schossen – auf die Weide gebracht, besteht die Gefahr, dass zu viel Futter da ist und viel Futter durch das Gehen und Abkoten nicht aufgenommen wird und damit nicht genutzt werden kann. Ist Futter ohnehin knapp, ist später Austrieb nicht ratsam. Durchfälle sind dabei selten, weil das Futter ausreichend Struktur hat.
17.04.2012
Autor:Rudolf Grabner
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