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Waldböden – Fundament der Forstwirtschaft

Waldböden sind für die forstliche Produktion von entscheidender Bedeutung. Als „Fundament“ unserer Wälder sind sie neben dem Klima von zentraler Bedeutung für das Baumwachstum.
Nährstoffreicher Kalklehm aus dem Wienerwald mit standortgerechter Eichen-/Buchenbestockung.
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Nährstoffreicher Kalklehm aus dem Wienerwald mit standortgerechter Eichen-/Buchenbestockung.
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Nährstoffreicher Kalklehm aus dem Wienerwald mit standortgerechter Eichen-/Buchenbestockung.
Nährstoffreicher Kalklehm aus dem Wienerwald mit standortgerechter Eichen-/Buchenbestockung.
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Fundierte Kenntnisse dieses Standortfaktors sind vor allem für eine standortgemäße Baumartenwahl und für eine ökologisch nachhaltige Holzernte äußerst wichtig.Böden erfüllen aber auch viele wichtige ökologische Funktionen. Durch ihre Filter- und Pufferwirkung sorgen sie für qualitativ hochwertiges Trinkwasser und für effizientes Hochwasserrückhaltevermögen. Sie sind überdies Lebensraum für eine Vielzahl an Bodenorganismen und tragen daher wesentlich zur Biodiversität unserer Wälder bei. Das Bodenleben wiederum ist durch den Abbau des organischen Materials für die Aufrechterhaltung des Nährstoffkreislaufes und somit für die Produktivität von Waldökosystemen verantwortlich.

Baumartenwahl

Die chemischen und physikalischen Bodeneigenschaften bestimmen die Durchwurzelung der Bäume. Das baumartenspezifische Durchwurzelungsvermögen wird durch sie maßgeblich gesteuert. So können flach wurzelnde Baumarten, wie etwa die Fichte, schwere (tonreiche) Böden nicht tiefgründig erschließen, ihnen bleiben die Wasser- und Nährstoffreserven aus tieferen Bodenhorizonten verwehrt.

Gerade in Trockenzeiten können die Bodenwasserreserven der tieferen Bodenhorizonte zur Überlebensfrage für Bäume werden. Eine mangelnde Durchwurzelung tieferer Bodenbereiche wirkt sich überdies negativ auf die Stabilität von Bäumen aus. Tonreiche Böden können nur durch Spezialisten, wie vor allem Eiche und Tanne, aufgeschlossen werden. Auf Böden, bei denen keine bodenphysikalischen Einschränkungen bestehen, kann selbst die Fichte noch relativ tief wurzeln.

Holzernte

Bei der Holzernte müssen die Bodenverhältnisse ebenfalls beachtet werden. Auf manchen Böden beziehungsweise Standorten kann das Befahren generell zu Bodenverdichtungen führen, manche Böden dürfen nur bei bestimmter Witterung befahren werden. Flächiges Befahren des Bestandes sollte generell vermieden werden.

Großflächige Nutzungen auf flachgründigen Böden kann speziell im stark geneigten Gelände zur Erosion des humosen Oberbodens führen. Bei einer überwiegend sandigen ("leichten“) Bodenart ist Vorsicht bei Kahlschlägen geboten. Mangels Speicherfähigkeit dieser Böden können die durch die Mineralisierung freigewordenen Nährstoffe nicht im Kreislauf gehalten werden und werden ausgewaschen. Auch bei der Entscheidung, wie viel Biomasse den Wäldern entnommen beziehungsweise welches Holzernteverfahren angewandt werden kann, gelten ähnliche Überlegungen.
Verbesserungswürdiger  nährstoffverarmter Podsol aus dem Waldviertel unter Fichtenreinbestand.
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Verbesserungswürdiger, nährstoffverarmter Podsol aus dem Waldviertel unter Fichtenreinbestand.
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Verbesserungswürdiger, nährstoffverarmter Podsol aus dem Waldviertel unter Fichtenreinbestand.
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Bodeneigenschaften

Für die Praxis lassen sich die wichtigsten Bodeneigenschaften relativ leicht im Gelände abschätzen. Bodenanalysen sind meist nur zur Beantwortung von Spezialfragen, wie zum Beispiel Melioration von Waldböden als Folge historische Landnutzung, erforderlich.

Der Auflagehumus ist ein guter Indikator für den Standortzu- stand beziehungsweise für die Geschwindigkeit des Nährstoffumsatzes. Zu dessen Ansprache genügt es, mit dem Spaten einen Bodenziegel auszustechen, der den Auflagehumus und den humosen Mineralboden umfasst. Krümelige bis spatentiefe humose, schwarz gefärbte Humusanreicherungen, verbunden mit einer meist geringmächtigen Humusform, vorzugsweise Mull, zeigen von hoher biologischer Aktivität und von neutraler bis leicht saurer Bodenreaktion.

Unter Nadelbaumarten dagegen finden sich meist Moder und Rohhumus, die auf einen gehemmten Streuabbau hinweisen. Der humose Mineralboden ist in diesen Fällen geringmächtig. Krümelige Strukturen, die von einem reichen Bodenleben zeugen, finden sich kaum mehr, der pH-Wert ist bereits stark sauer.

Die Bodenart, also die Verteilung der Korngrößen Sand-Schluff-Ton, kann relativ leicht im Gelände mit der sog. "Fingerprobe“ beurteilt werden. Je tonreicher ("bindiger“) die Bodenart ist, umso leichter formbar ist der (Fein-)Boden. Sandige Böden lassen sich gar nicht formen und "rieseln“ zwischen den Handflächen hindurch. Manche Bodentypen, wie zum Bespiel niederschlagswasserstauende Böden, sogenannte "Pseudogleye“, lassen sich ebenfalls leicht durch Horizontmerkmale, wie Färbung, Vorhandensein von sogenannten "Konkretionen“, erkennen. Diese zeigen einen sehr sensiblen Wasserhaushalt an.

Buchtipp: Bildatlas "Waldböden“

Im gerade neu erschienenen Bildatlas "Waldböden“ wurde versucht, anhand von beispielhaft ausgewählten Bodenprofilen die Zusammenhänge zwischen dem Geländebefund (Bodenprofil), den Analysedaten und den dahinter stehenden bodenbildenden Prozessen aufzuzeigen.

Unter Einbeziehung standörtlicher Aspekte wurden Schlussfolgerungen für die Waldwirtschaft abgeleitet. Die dargestellten Bodenprofile zeigen einen illustrativen Streifzug durch die Vielfalt der Bodentypen und das breite Spektrum standortökologischer Bedingungen. Auch wenn nicht alle Bodentypen und Subtypen dargestellt werden konnten, helfen die ausgewählten Bodenbeispiele, den Blick für das Erkennen der entscheidenden Merkmale im Gelände zu schärfen.

"Waldböden. Ein Bildatlas der wichtigsten Bodentypen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz“ (Verlag: WILEY-VCH) ist im Buchhandel erhältlich.
16.05.2013
Autor:Dipl.-Ing. Dr. Ernst Leitgeb, Institut für Waldökologie und Boden, BFW
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