Verbesserungswürdiger, nährstoffverarmter Podsol aus dem Waldviertel unter Fichtenreinbestand. |
Verbesserungswürdiger, nährstoffverarmter Podsol aus dem Waldviertel unter Fichtenreinbestand.  |
Bodeneigenschaften
Für die Praxis lassen sich die wichtigsten Bodeneigenschaften relativ leicht im Gelände abschätzen. Bodenanalysen sind meist nur zur Beantwortung von Spezialfragen, wie zum Beispiel Melioration von Waldböden als Folge historische Landnutzung, erforderlich.
Der Auflagehumus ist ein guter Indikator für den Standortzu- stand beziehungsweise für die Geschwindigkeit des Nährstoffumsatzes. Zu dessen Ansprache genügt es, mit dem Spaten einen Bodenziegel auszustechen, der den Auflagehumus und den humosen Mineralboden umfasst. Krümelige bis spatentiefe humose, schwarz gefärbte Humusanreicherungen, verbunden mit einer meist geringmächtigen Humusform, vorzugsweise Mull, zeigen von hoher biologischer Aktivität und von neutraler bis leicht saurer Bodenreaktion.
Unter Nadelbaumarten dagegen finden sich meist Moder und Rohhumus, die auf einen gehemmten Streuabbau hinweisen. Der humose Mineralboden ist in diesen Fällen geringmächtig. Krümelige Strukturen, die von einem reichen Bodenleben zeugen, finden sich kaum mehr, der pH-Wert ist bereits stark sauer.
Die Bodenart, also die Verteilung der Korngrößen Sand-Schluff-Ton, kann relativ leicht im Gelände mit der sog. "Fingerprobe“ beurteilt werden. Je tonreicher ("bindiger“) die Bodenart ist, umso leichter formbar ist der (Fein-)Boden. Sandige Böden lassen sich gar nicht formen und "rieseln“ zwischen den Handflächen hindurch. Manche Bodentypen, wie zum Bespiel niederschlagswasserstauende Böden, sogenannte "Pseudogleye“, lassen sich ebenfalls leicht durch Horizontmerkmale, wie Färbung, Vorhandensein von sogenannten "Konkretionen“, erkennen. Diese zeigen einen sehr sensiblen Wasserhaushalt an.