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Stopp: "Jammern verboten"

ARGE Meister macht mit "Pickerl-Aktion" auf sich aufmerksam. Ideen und Lösungen müssen auch umgesetzt werden. Die ­Meister prangern das Jammern auf den Höfen an. Interview mit Markus Konrad, Obmann der ARGE Meister.
So sieht das Pickerl aus  mit dem die Arbeitsgemeinschaft der Meister die heimischen Bauern erziehen will. © Roman Musch
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So sieht das Pickerl aus, mit dem die Arbeitsgemeinschaft der Meister die heimischen Bauern erziehen will. © Roman Musch
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So sieht das Pickerl aus, mit dem die Arbeitsgemeinschaft der Meister die heimischen Bauern erziehen will. © Roman Musch
So sieht das Pickerl aus  mit dem die Arbeitsgemeinschaft der Meister die heimischen Bauern erziehen will. © Roman Musch
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"Jammern ist verboten", steht auf einem neuen Pickerl der Arbeitsgemeinschaft der Meister. Herr Obmann, was wollen Sie damit sagen?  
 
Markus Konrad: Es ist ein Weckruf an alle: Jammern hilft nichts! Statt zu jammern soll man aktiv sein und positiv denken, die Ärmel aufkrempeln sowie die Schuld nicht immer bei anderen suchen. Außerdem wehren wir uns auch gegen die üblich kursierenden Gerüchte, wonach die Bauern mit zu kleinen Schuhen aufgezogen werden, damit sie Jammern lernen. Und: Als Arbeitsgemeinschaft der Meister wollen wir auch Aufmerksamkeit erregen.  
 
Was wollen Sie eigentlich verändern?  
 
Konrad: Hinter dem Rücken pauschal schimpfen und jammern bringt nichts. Es ist besser - ob bei Bauernveranstaltungen oder privat in der Familie - wenn man das direkte Gespräch sucht. Dazu gehört natürlich viel Mut.  
 
Was wollen Sie mit dieser "Pickerl-Aktion" erreichen?  
 
Konrad: Als Arbeitsgemeinschaft der Meister wollen wir im Gespräch bleiben. Und: Wir wollen die Bäuerinnen und Bauern motivieren, dass sie sich lösungsorientierte Ideen in den Kopf setzen und am Hof auch gemeinsam umsetzen. Denn mit Demotivation steckt man niemanden zur Arbeit an.  
 
Wo liegen die Hauptprobleme der jungen Bauerngeneration?  
 
Konrad: Es sind hausgemachte Probleme zwischen den Generationen, die auch den finanziellen und sozialen Bereich betreffen. Man sollte sich an einen Tisch setzen und alles ausdiskutieren. Dabei sollte die weichende Generation nicht alles negativ darstellen und jammern. Denn die nachfolgende Generation braucht ehrliche Perspektiven. Es gehört Mut dazu, um solche Gespräche einzufordern.  
 
Sind Sie eigentlich mit der derzeitigen Agrarpolitik zufrieden?  
 
Konrad: Erbost bin ich derzeit über die "Fair Trade"-Werbung, die für die Dritte-Welt-Landwirtschaft faire Preise verlangt. Seitdem ich mich für Agrarpolitik interessiere, kämpfen die heimischen Bauern für gerechte Preise. Auch die heimischen Bauern haben das Recht auf faire Preise! Doch hier passiert zurzeit eh viel.  
 
Was meinen Sie konkret?  
 
Konrad: Das AMA-Gütesiegel wird massiv beworben und die Bauernbundaktion "Heimisch kaufen" läuft auch gut. Es ist immer eine Gratwanderung: Soll man gleich auf die Barrikaden steigen und demonstrieren, um so auf die Handelsketten mehr Druck zu machen? Ich denke, der freundlichere Weg ist besser für die Zukunft.  
 
Wie sehen Sie die Zukunft der Landwirtschaft?  
 
Konrad: Natürlich positiv. In der Hoffnung, dass 2013 nicht die Förderungen und Ausgleichszahlungen für die Bauern im Vordergrund stehen, sondern die Leistungen der Bauern.  
 
Können Sie das näher erläutern?  
 
Konrad: Dass effektiv die Einkommen der Bauern den finanziellen Bedarf abdecken und nicht mehr hauptsächlich die Ausgleichszahlungen.  
 
Das Sparpaket wird auch die Bauern treffen. Was sagen Sie dazu?  
 
Konrad: Jeder wird seinen Beitrag leisten müssen und da ist die Landwirtschaft nicht ausgenommen. Die Bauern wollen aber fair behandelt werden.

26.05.2010
Autor:Rosemarie Wilhelm
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