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Spannungsfeld Nebenerwerb

Bauern, die den Hof im Nebenerwerb führen, müssen viele Belastung meistern. Seminar für Landwirte mit zweitem Beruf hilft weiter.
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Die Hauptbelastungsfelder für Nebenerwerbsbauern sind meist die langen Anfahrten zu den außerlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen, die Ungewissheit, ob sich der Urlaub mit den Arbeitsspitzen am Hof vereinbaren lässt. Weiters der Leistungsdruck auf dem Hof und am Arbeitsplatz sowie die meist fehlende Zeit für Familie und Erholung. Kehren die Landwirte von ihren außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten auf den eigenen Betrieb zurück, wartet die Arbeit am Hof. Beziehungen, die Familie, Pausen und Urlaub kommen meist zu kurz, man lebt am Arbeitsplatz. Eine Abgrenzung zwischen Privatleben und Betrieb ist immer wieder schwierig, da man meist viel Arbeit sieht, wenn man aus dem Fenster blickt.

Druck wird größer

Die Belastung, in allen Bereichen erfolgreich zu sein, wird immer größer und wird oft zu groß. Belastungen und Probleme zu spät zu erkennen, genau darin besteht oft die Gefahr. Scheitern oder erfolgreich sein? Das ist die zentrale Frage für Nebenerwerbsbauern. Hier den Überblick zu bewahren und rechtzeitig und gezielt persönliche Strategien und Ziele zu setzen, wird immer wichtiger. Eine Möglichkeit dazu ist, die persönliche, familiäre und betriebliche Entwicklung bewusst und zielgerichtet aktiv zu gestalten. Die Stärken auf den Betrieben und in den Familien zu forcieren und Schwächen zu erkennen und folglich auszuschalten, kann langfristig den Arbeitsplatz und den Lebensraum Landwirtschaft erfolgreich stärken. Nebenerwerbslandwirte sollen weiterhin dieser Möglichkeit der Betriebsführung mit Freude nachgehen können.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist auch Herzenssache und bedeutet mehr als nur Rechnerei. Der Bauernhof ist Heim und Arbeitsplatz, die Arbeit bereitet oft Freude und innere Zufriedenheit, wenn die Ernte eingebracht ist und im Stall gesunder Nachwuchs steht. In der Landwirtschaft kann man selbstständig arbeiten und eigene Ideen verwirklichen, der Betrieb schafft finanzielle Absicherung. Aber Landwirtschaft heißt auch investieren. Viel Geld ist in Gebäuden und Maschinen gebunden, das oft nicht vom Betrieb stammt. Die zentrale Frage: Rentiert sich das?

Außerlandwirtschaftlicher Beruf

Erfordert immer höheren Einsatz: Überstunden sind zu machen und man hat zeitlich flexibel zu sein. Der Erfolgsdruck wird immer größer. Der wohlverdiente Urlaub wird in Erntearbeiten investiert. Aber die zentralen Fragen sind: Bekomme ich überhaupt frei? Hat mein Dienstgeber Verständnis für die oft nicht verschiebbare Arbeit? Vielleicht wird die Landwirtschaft aufgrund des Zeitmangels als Belastung empfunden. Oder: Der Beruf macht keine Freude, obwohl das außerlandwirtschaftliche Einkommen dringend notwendig ist.

Familie

Die Zeit für die Familie kommt häufig zu kurz. Man denkt sich: "Es soll ja auch was anderes geben als Arbeit, aber ich sollte noch…" Diese Gewissenskonflikte zwischen Familie ("wir sollten einmal" oder "schau, die anderen tun") und Betrieb ("es geht einfach nicht") können zum Problem werden. Vielleicht sieht der Partner im Betrieb nur Nachteile. Der Arbeitsplatz Bauernhof ist doch ein wertvoller Lebensraum für die Familie. Er ermöglicht für die Kinder da zu sein und ihnen durch das Eingebundensein Werte zu vermitteln.

Freizeit

Auch bei der eigenen Freizeit gibt es eine Diskrepanz zwischen Wollen und Können. Die Erfüllung der eigenen Mindestbedürfnisse ist für eine persönliche Zufriedenheit ebenso wichtig. Was mache ich gerne, welchen Hobbys kann ich alleine oder mit der Familie nachgehen? Auch Freizeit ist zu planen. Loslassen können, heißt die Devise - aber ist nicht manchmal die Arbeit auf dem Betrieb ebenso eine positive Freizeitgestaltung? Was hat ein Städter, der im Reihenhaus oder einer Wohnsiedlung wohnt, mehr als ich? Auch diese Frage ist zu stellen.

Seminar: Erfolgsstrategie

Um die vielfältigen Belastungen besser bewältigen zu können, bietet die Kammer erstmals für Nebenerwerbsbauern das zweiteilige Seminar "Unsere Erfolgsstrategie" an. Dieses besteht aus zwei Blöcken zu jeweils vier Stunden (dem Link unten folgen).
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16.01.2012
Autor:Wilfried Ofner
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