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"Schwarzbuch Landwirtschaft" ist reine Parteipropaganda

Unseriöse und falsche Darstellungen im neuen Sachbuch des "Aufdecker-Journalisten" Hans Weiss werden von Landwirtschaftskammer und Bauernbund kritisiert.
LK-Präsident Gerhard Wlodkowski kritisiert die unrichtigen Darstellungen im  Schwarzbuch Landwirtschaft  © lk/philipp
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LK-Präsident Gerhard Wlodkowski kritisiert die unrichtigen Darstellungen im "Schwarzbuch Landwirtschaft" © lk/philipp
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LK-Präsident Gerhard Wlodkowski kritisiert die unrichtigen Darstellungen im "Schwarzbuch Landwirtschaft" © lk/philipp
LK-Präsident Gerhard Wlodkowski kritisiert die unrichtigen Darstellungen im  Schwarzbuch Landwirtschaft  © lk/philipp
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Auf den ersten Blick hat die österreichische Landwirtschaft mit Pharmakonzernen und Markenfirmen wohl wenig gemeinsam. Sachbuchautor Hans Weiss sieht sich aber dennoch als Experte in all diesen drei Wirtschaftsbereiche und nimmt nach seinen Publikationen "Schwarzbuch Markenfirmen" und "Bittere Pillen" in seinem "Schwarzbuch Landwirtschaft" die heimische Agrarwirtschaft hart ins Visier. 

Streng kontrollierte EU-Förderprogramme

Der selbsternannte "Aufdecker-Journalist" kritisiert die Subventionen an gut betuchte Österreicher, wie etwa Magna-Chef Siegfried Wolf und Julius Meinl V. "Milliarden werden an die Falschen ausgeschüttet", sagt Weiss und nimmt dabei auch das Wort Korruption in den Mund. Die Transparenzdatenbank bezeichnet er als "Verschleierungsdatenbank". Dass allerdings 98,5 Prozent der Landwirte für ihre Arbeit meist weniger als 50.000 Euro bekommen und nur rund 200 Betriebe höhere Förderungen erhalten, lässt der Autor außer Acht. "Von den 2,2 Milliarden Euro Agrarförderungen werden mehr als 80 Prozent in exakt definierten und streng kontrollierten EU-Förderprogrammen ausbezahlt", übt Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, heftige Kritik am "Schwarzbuch Landwirtschaft".

Parteipolitische Motivation

Warum das Buch gerade jetzt veröffentlicht wird, ist für Wlodkowski eindeutig: "Die Aneinanderreihung von Vorwürfen und Zahlen ist in dieser Form nicht nur unseriös, sondern ganz offensichtlich zutiefst politisch motiviert. So erscheint diese Hetzschrift zufällig vor zwei Landtagswahlen, vor Budgetverhandlungen im Herbst sowie am Beginn der Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik."
 
Ins selbe Horn stößt auch Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch. "Wenn ein so genanntes Sachbuch mit dermaßen unsachlichen und tendenziösen Darstellungen daherkommt, dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Parteipropaganda handelt. Es ist die übliche Hetze, die schon seit mehreren Monaten gegen die österreichischen Landwirte gefahren wird."

Produktionskosten nicht gedeckt

Außerdem betont Grillitsch, dass Lebensmittel ohne Agrarsubventionen ein Vielfaches kosten würden und die Preise für Lebensmittel, die ein Arbeitnehmer im Supermarkt einkauft, nicht die Produktionskosten der Landwirtschaft decken. Der Bauernbund-Präsident weiter: "Wenn der Autor in Verbundenheit zu SPÖ und AK die Kürzung der Agrarsubvention um zehn Prozent vorschlägt, kann es in Österreich zwangsläufig nichts anderes mehr geben als Lebensmittel, die von industrialisierten Agrarkonzernen - egal ob im In- oder Ausland - produziert werden. Allerdings würden damit auch die hohen österreichischen Umwelt- und Tierschutzstandards ausgehebelt." Das würde Gentechnik und sozialer Ausbeutung mit 2-Euro-Tageslöhnen für Erntehelfer Tür und Tor öffnen.
31.08.2010
Autor:Cornelia Kröpfl
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