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Schafe im Aufwind

Schafbauern haben­ ein dichtes Netz an Verkaufsstellen.­ Vermarktungsrisiko trägt der Verband. Für Lämmer bester Qualität sind sehr gute Preise erzielbar
© Steirischer Schaf- und Ziegenzuchtverband
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Die Schafhaltung hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Derzeit halten in der Steiermark 3.449 Betriebe 85.347 Schafe. Das sind um rund 27.000 Schafe mehr als noch im Jahr 2000, allerdings haben rund 100 vor allem kleinere Schafhalter aufgegeben. Gleichzeitig haben jedoch zahlreiche Betriebe die Schafhaltung ausgebaut beziehungsweise sind in größerem Stil in die Branche eingestiegen. Die Gründe: Ständig steigende Nachfrage, gut organisierte Vermarktung. Auch die internationale Entwicklung eröffnet den heimischen Schafhaltern weiterhin gute Möglichkeiten.

Qualität gefragt

Die Nachfrage nach heimischem Qualitätslammfleisch steigt aufgrund verschiedener Marketingaktivitäten, vor allem aber wegen der ständig steigenden Qualität: Verkauft werden junge, vollfleischige Lämmer, welche bestes Lammfleisch liefern. Damit werden alte Vorurteile gegenüber Lammfleisch ausgeräumt. Auch in der gesundheitsbewussten Ernährung spielen Lammfleisch sowie Schaf- und Ziegenmilchprodukte eine wesentliche Rolle. Dieser Trend verstärkt sich. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen jene Gruppen, die aus religiösen Gründen verstärkt zu Lammfleisch greifen.

Organisierte Vermarktung

Den steirischen Schaf- und Ziegenbauern steht ein dichtes Netz an Vermarktungsmöglichkeiten zur Verfügung: Der Zuchtverband kauft bei regelmäßig organisierten Übernahmen (2011: 132 Übernahmen) Lämmer, Altschafe, Kitze und Ziegen auf den Standorten Wies, Lannach, Gleisdorf, Hartberg, Leoben, Judenburg und auch im Schafbauernzentrum in Öblarn und vermarktet diese je nach Qualität bestmöglich weiter, beziehungsweise beliefert eigenständig verschiedene Projekte. Auch Schafwolle wird bei den jährlichen Wollsammlungen übernommen. Im Großraum Weiz besteht die Möglichkeit, Lämmer beziehungsweise Schafmilch über die Weizer Schafbauern zu vermarkten.

Minimiertes Risiko

Es stehen somit den Schaf- und Ziegenbauern professionell geführte Vermarktungsorganisationen zur Seite, die den Produzenten viele Vorteile bieten: Marktbeobachtung, Preisgestaltung, Marketingaktivitäten. Außerdem werden die Betriebe beraten, Hilfestellung gibt es auch in vielen anderen Bereichen. Auch das Risiko für den Produzenten wird minimiert: Der Schaf- und Ziegenzuchtverband tritt als Käufer auf und übernimmt so das Risiko allfälliger Zahlungsschwierigkeiten der Abnehmer. Diese Vorteile der gemeinschaftlichen Vermarktung werden von immer mehr Betrieben genutzt: Im Vorjahr hat der Steirische Schaf- und Ziegenzuchtverband bereits 21.544 Tiere vermarktet und ist somit führend in Österreich.

Gezielte Zucht

Durch konsequente Zuchtarbeit und Durchführung von Leistungsprüfungen können die Produzenten auf bestes Zuchtmaterial zurückgreifen. Gute Fruchtbarkeit, optimale Tageszunahmen, beste Fleischqualität und passende Fettabdeckung sind maßgeblich für eine wirtschaftliche Produktion. Vor allem für Lämmer bester Qualität sind sehr gute Preise zu erzielen. Deshalb heißt die eindeutige Empfehlung: Qualitätslämmerproduktion! Dieser Weg wird auch - gegebenenfalls nach eingehender fundierter fachlicher Beratung - von den meisten Betrieben gut umgesetzt.

Lammfleisch

Der Markt verlangt nach jungen, vollfleischigen Schlachtlämmern mit geringer Fettabdeckung, heller Fleischfarbe und dem typisch zartwürzigen aber nicht aufdringlichen Lammfleischgeschmack. Dies erreicht man, indem die Lämmer vor Einsetzen der Geschlechtsreife (rassenabhängig, teilweise bereits ab sechs Monaten) im Alter von drei bis fünf Monaten mit einem Lebendgewicht von rund 38 bis 45 Kilo schlachtet.

Fruchtbarkeit und Rasse

Die Wirtschaftlichkeit wird wesentlich von der Marktleistung des Schafes beeinflusst (Anzahl der geborenen/vermarkteten Lämmer). Somit ist die Fruchtbarkeit von großer Bedeutung. Entscheidend ist auch die Rassenwahl (saisonale oder asaisonale Rassen). Bei den Vatertieren ist in der Lämmerproduktion auf gute Tageszunahmen, optimale Fettabdeckung und Ausprägung der wichtigen Körperpartien wie Rücken oder Keule zu achten. Der Spruch "Der Widder ist die halbe Herde" hat durchaus seine Berechtigung und zeigt deutlich auf, wie wichtig auch der Einsatz von überdurchschnittlich guten Vatertieren in der Lämmerproduktion ist. Neben optimaler Fütterung beziehungsweise Betreuung der Tiere, spielt natürlich die Genetik eine große Rolle.

Die steirischen Zuchtbetriebe haben ihre Tiere strengen Leistungsprüfungen zu unterziehen: So werden hinsichtlich Fruchtbarkeit und Fleischleistung Prüfungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einem Index ( Beispiele: Fleischleistungsindex, Aufzuchtindex) wiedergegeben. So erhält man Auskunft über die Leistung des Tieres. Beispielsweise wird bei der Fleischleistungsprüfung neben der Errechnung der durchschnittlichen Tageszunahmen auch mittels Ultraschall die Bemuskelung sowie Fettabdeckung am Rücken des Tieres vermessen, ausgewertet und entsprechend bewertet. So stehen dem Produzenten Daten zur Verfügung, die beim Ankauf von Zuchttieren sehr dienlich sind und Voraussetzung für eine erfolgreiche, wirtschaftliche Lämmerproduktion sind.

Tiergesundheit

Natürlich spielen auch die Umwelteinflüsse wie Fütterung, Haltung sowie die Tiergesundheit eine wesentliche Rolle. Wiederkäuergerechte Rationen, das Einrichten eines "Lämmerschlupfes" (Zugang nur für Lämmer) sowie die optimale Versorgung der säugenden Muttertiere und Lämmer sind ebenso Grundvoraussetzungen für den Erfolg.
Links zum Thema
  • Lämmer: Nachfrage steigt
  • Schafmilch wird immer beliebter
14.02.2012
Autor:Siegfried Illmayer
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