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Raps ist ökonomisch zuverlässig

Der Anbau in der Steiermark ist Profi-Sache. Dennoch ist er wirtschaftlich stabiler als Mais und Getreide. Anbautipps und Sortenempfehlung.
Raps ist ökonomisch zuverlässig © Karl Mayer
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Raps ist ökonomisch zuverlässig © Karl Mayer
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Raps ist ökonomisch zuverlässig © Karl Mayer
Raps ist ökonomisch zuverlässig © Karl Mayer
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Die heurige Preissituation für Raps, mit Preisen um die 320 Euro je Tonne, ist äußerst erfreulich. Von diesem Niveau auf das kommende Jahr zu schließen ist zwar verwegen, dennoch hat Raps wieder einmal bewiesen, dass er ökonomisch zuverlässiger ist als Mais und Getreide. Die mittlerweile verbliebenen Rapsbauern sind in den meisten Fällen auch Profis und schaffen es auch, die Erträge über 3,5 t je Hektar und oftmals über 4,5 t je Hektar zu heben. Wermutstropfen sind für Neueinsteiger die hohen Rüstzeiten für den Pflanzenschutz, weil ungerne für kleine Flächen außerhalb der Saison die Pflanzenschutzspritze angehängt wird. Dieses Problem ließe sich einfach durch die überbetriebliche Zusammenarbeit, welche ohnedies ein Gebot der Stunde ist, in den Griff bekommen, wie es in einigen Gebieten der Steiermark schon vorexerziert wird.
 
Saatbett
 
Der Erfolg des Rapses beginnt mit einer guten und rechtzeitigen Saat. Per se muss nicht auf den Pflug geschworen werden. Ganz im Gegenteil, der Grubber schafft sogar ein besseres und krümeligeres Saatbett als der Pflug. Problematisch ist eher die geringe gleichmäßige Bearbeitungstiefe bei geringen Strichabständen der Grubberzinken, womit die Pfahlwurzelausbildung beeinträchtigt wird. Zusätzlich kämpft man bei Grubbereinsatz mit mehr Ausfallssaatgut und Samenunkräuter von der Vorfrucht. Sofern diese Probleme zu bewältigen sind, kann der Grubber empfohlen werden. Standard wird allerdings großteils der Pflug bleiben. Da sollte auf keinen Fall zu lange mit dem Abschleppen gezögert werden, wenn die Pflugfurche Wochen vor der Rapssaat gemacht wird. Packerwalzen, die noch nicht verbreitet in der Steiermark eingesetzt werden, wären für eine ideale Rückverfestigung wärmstens zu empfehlen.
 
Anbautermin
 
Hinsichtlich des Anbautermins hat sich der frühe Anbau ab dem 20. bis 25. August bewährt. Natürlich muss bei diesen frühen Terminen damit gerechnet werden, dass ab Ende September bei mehr als fünf Blättern eine Kürzung mit einem Triazol (Folicur, Caramba oder Carax) durchgeführt werden muss, um ein Auswintern zu verhindern. Dennoch überwiegen die Vorteile einer kräftig mit bis zu 10 bis 12 Blättern ausgestatteten in den Winter gehenden Pflanze. Nur solche Pflanzen haben eine ausreichende Verzweigung um hohe Schotenansätze sicherzustellen. Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Raps mit weniger als fünf Blättern Ende September noch mit NAC (100 kg/ha) nachgedüngt werden soll. Später als am 10. September sollte man den Rapsanbau nicht wagen. Nur bei sehr günstiger Herbstwitterung sind derartige Versuche gut gegangen.
 
Saat
 
Bei der Saat kann viel schief gehen, deshalb sollte sie nur von Profis durchgeführt werden. Der Irrglaube, mit hohen Saatstärken hohe Erträge zu machen, ist mittlerweile begraben. Ganz im Gegenteil, besonders Hybridrapssorten sollten mit nicht mehr als 50 Körner je m² und Liniensorten mit nicht mehr als 60 Körner je m² gesät werden. Diesbezüglich erleichtern die 500.000 Hektarkornpackungen die Dosierarbeit. Bei der Saat kommt der Ablagetiefe eine wichtige Funktion zu. Das Korn sollte auf festen Boden abgelegt werden. Weil die Kleinkörnigkeit eine tiefere Ablage als 1,5 cm schwer zulässt, ist die Qualität des Saatbettes von enormer Wichtigkeit. Walzen vor der Saat kann bei klutigem Saatbett durchaus Sinn machen. Auch nach der Saat ist das Walzen sinnvoll, wenn die Ablage durch ein zu grobes Saatbett keinen Bodenschluss gefunden hat. Damit kann man den Schnecken auch den Unterschlupf erschweren. Last but not least, die hohen Niederschläge des vergangenen Jahres haben sehr viel Kalk ausgewaschen, deshalb achten Sie auf Ihren pH-Wert für einen erfolgreichen Rapsanbau.
 
Sortenempfehlung
 
Rapssortenempfehlung Bei der Rapszüchtung hat sich in den letzen Jahren sehr viel getan. Der Trend zu Halbzwerghybriden kann durch Ertragsdaten der AGES noch nicht bestätigt werden. Dennoch haben Halbzwerge auch Vorteile. Sie sind deutlich standfester und bei einer allfälligen Blühabschlussbehandlung leichter zu befahren. Für die Steiermark sind die gewöhnlichen Hybriden den Liniensorten im Ertrag um durchschnittlich 4 % überlegen. Neuere Sorten kommen sogar darüber hinaus.
Hybridsorten: Artoga (Zulassung wird erwartet), Pulsar (Lager 5, Phoma 4), Visby (Lager 3, Phoma 5) und NK Petrol (Lager 4, Phoma 5)
Liniensorten: Casoar (Lager 4, Phoma 3), Chagall (Lager 5, Phoma 5) und Ladoga (Lager 4, Phoma 3)
Halbzwerg-Hybrid: DK Sequoia (Lager 2, Phoma 5)
 
SEEG Mureck unterstützt Rapsanbau
 
Die SEEG ist überzeugt, dass die Steiermark gezielte Aktivitäten für die Förderung des Rapsanbaus setzen muss. Daher hat sie sich entschlossen eine Prämie von 50 Euro je Hektar zu gewähren. Näheres finden Sie im Download oder per Info Telefon: 03472/3577
 
Links zum Thema
  • AGES Sortenliste
Downloads zum Thema
  • SEEG 50€ pro Hektar.pdf
27.07.2010
Autor:Karl Mayer
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