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Hochwasser: Lokalaugenschein im stark betroffenen Gebiet rund um Wörschach/Aigen

Rund 2.000 Hektar Agrarflächen von rund 500 landwirtschaftlichen Betrieben sind im Ennstal geschädigt. Der Schaden wird auf rund eine Million Euro geschätzt.
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Galerie: Hochwasser Ennstal 2013

Soviel Regen wie in einem Monat

Der enorme Regen in den vergangenen Tagen hat im Ennstal enorme Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. In nur drei Tagen hat es in dieser Region zwischen 130 und 150 Liter pro Quadratmeter geregnet – soviel wie normalerweise in einem Monat. Zwischen den Gemeinden Pichl-Preunegg und Admont ist die Enns aus den Ufern getreten. In weiten Teilen ist der Talboden nach wie vor überflutet.

Enormer Schaden

Schadensüberblick: Schätzungen zufolge wurden rund 2.000 Hektar Agrarflächen von rund 500 Betrieben überflutet. Besonders betroffen sind Grünland und Silomais als wichtigste Futtergrundlage für die Milch- und Rinderbauern. Der bisherige Schaden wird auf rund eine Million Euro geschätzt.
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Grünland und Silomais stark betroffen

Vor allem die Kulturen Grünland und Silomais wurden durch Überschwemmungen arg in Mitleidenschaft gezogen. Silomais steht teils vollkommen unter Wasser. Ob dieser bei zurückgehender Überschwemmung gerettet werden kann, ist offen. Besonders hart trifft es auch jene Bauern, die aufgrund der ungünstigen Witterung die erste Mahd noch nicht einbringen konnten. Für sie ist der erste Schnitt, der normalerweise am ergiebigsten der vier Schnitte ist, durch die Überschwemmung verloren. Die Futterbasis für die Betroffenen verringert sich dadurch erheblich, dies trifft auf rund 700 Hektar zu.
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Flächen reinigen. Verschlammtes Futter kompostieren

Generell sind die überschwemmten Flächen verschlammt. Das Futter dieser Wiesen kann nicht mehr verfüttert werden und muss überwiegend kompostiert werden. Außerdem müssen die Flächen vom angeschwemmten Material gesäubert werden, um eine weitere Bewirtschaftung zu ermöglichen. Der Boden ist zudem so durchfeuchtet dass er kaum mehr Niederschläge aufnehmen kann und auch nicht, ohne Schäden anzurichten, befahrbar ist.

Johnsbach: Schnee machte Heuernte zunichte

Hart getroffen hat es auch die Bauern in Johnsbach, dort hat es am Freitag dem 31. Mai enorm geschneit. Die großen Schneemengen haben noch nicht gemähtes Grünland dem Erdboden gleich gemacht. Der wichtige erste Schnitt ist für die dort betroffenen Bauern verloren.

Privatschadensausweis ausfüllen

Die Landwirtschaftskammer ruft die betroffenen Betriebe auf, die Schäden an den Fluren und durch Schneedruck mittels Privatschadensausweis (Katastrophenfonds) zu melden. Die Geschädigten sollten bitte Fotos und etwaige Rechnungen, sowie Aufstellungen der eigenen Arbeitsleistung für den Termin mit dem Sachverständigen bereithalten. Die Dokumentation der Schäden ist besonders wichtig. Der Schaden kann direkt in der Gemeinde oder auch online gemeldet werden. Der Schaden muss mindestens 1.000 Euro betragen. Allfällige Versicherungsleistungen werden allerdings bei der Schadensberechnung aus dem Katastrophenfonds angerechnet.

Statements

Präsident Gerhard Wlodkowski: „Die Unwetterschäden schmerzen sehr. Wir Bauern haben unsere Werkstatt unter freiem Himmel und leiden sehr unter dem fortschreitenden Klimawandel mit den immer häufiger und intensiver auftretenden Wetterkapriolen wie beispielsweise Überschwemmungen“. Und weiter: „Von der Bundespolitik verlange ich ein konsequentes Umdenken in der Energie- und Klimapolitik. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger und der effiziente, sparsame Umgang mit Energie zum Schutz des Klimas müssen endlich höchste Priorität in der Regierungsarbeit bekommen“.

Vizepräsident Franz Titschenbacher: „Den Naturgewalten stehen wir hilflos gegenüber. Die Betroffenen brauchen jetzt unsere Begleitung und Unterstützung“.

Kammerobmann Peter Kettner: „Auffällig häufig haben in den vergangenen Jahren Überschwemmungen enorme Schäden angerichtet. Wir waren 2009, 2012 stark betroffen und sind es 2013 wieder. Diese häufigen und starken Schäden sind für die Betriebe nicht mehr verkraftbar. Ich verlange einen gezielten Hochwasserschutz, um unsere Existenzen abzusichern“.
07.06.2013
Autor:Rosemarie Wilhelm
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