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Bauern verlangen faire und objektive Bauverfahren

Steirische Schweinebauern zittern um ihre Existenz

Die Steiermark hat eines der strengsten Baugesetze Österreichs

Bauverfahren für Schweineställe dauern oft mehrere Jahre und sind extrem teuer. Für die betroffenen Betriebe ist ein Zubau oder Neubau meist ein Hürdenlauf quer durch sämtliche Instanzen. Viele Schweinebetriebe resignieren und schließen ihre Stalltür für immer. So müssen mehrere Gutachten beispielsweise hinsichtlich Geruch, Lüftung oder Lärm beigebracht werden. Nur wenn externe Gutachter grünes Licht geben, kann ein Stallbauvorhaben auch umgesetzt werden.

Kammer verlangt faire und objektive Bauverfahren

„Die Landwirtschaftskammer fordert faire und objektive Bauverfahren, die zügig abgewickelt werden. Eine scheinbare Objektivität von Bauverfahren auf der Straße erzwingen zu wollen – das ist der falsche Weg“, unterstreicht Johann Bischof, Tierzuchtchef der steirischen Landwirtschaftskammer.

Schweinehaltung ist tierschutzkonform

Die heimischen Bauern halten ihre Tiere absolut tierschutzkonform. Für sie ist die Einhaltung des 2005 beschlossenen Bundestierschutzgesetzes, das von allen im Parlament vertretenen Parteien beschlossen wurde, eine Selbstverständlichkeit. „Dass jetzt bäuerliche Familienbetriebe, die alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen, kriminalisiert werden, weisen wir auf das Schärfste zurück. Denn die Bauern haben höchstes Interesse, dass es ihren Tieren gut geht, schließlich leben sie mit und von den Tieren“, betont Bischof zur Behauptung des VGT die Tiere nicht gut zu halten.

Betriebe müssen sich entwickeln können

Die steirischen Schweinebauern stehen unter massiven Wettbewerbsdruck. Bei steigenden Kosten und gleichbleibenden Erlösen müssen sich die Betriebe weiterentwickeln können, um ein Familieneinkommen zu erzielen. Doch diese notwendige Betriebsentwicklung wird in vielen Fällen zum Hürdenlauf.

Enorm viele Betriebe haben aufgegeben

Der enorme, wirtschaftliche Druck und auch die strengen Auflagen des steirischen Baugesetzes haben dazu geführt, dass allein von 2011 bis 2012 rund 1000 schweinehaltende Betriebe ihre Stalltür für immer geschlossen haben.

Heimisches oder ausländisches Schnitzerl?

Bischof: „Wenn die Schweinebetriebe zum Aufgeben gezwungen werden, dann stehen 12.000 Arbeitsplätze auch außerhalb der Landwirtschaft auf dem Spiel. Außerdem ist die heimische Versorgung mit Fleisch nicht mehr gesichert – das Schnitzerl kommt dann aus dem Ausland. Ob dieses dann frisch ist, eine gute Qualität hat und streng kontrolliert wird, das ist dann nicht mehr garantiert.“
21.05.2013
Autor:Rosemarie Wilhelm
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