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Pflanzenschutz im Weinbau: Rebzikade etwas zurückgedrängt

Maßnahmengebiet verändert sich in Richtung Westen. Für das ­heurige Frühjahr ist mit einem höheren ­Oidium-Druck ­zu rechnen. Pflanzenschutzaussichten auf 2012.
Die kleine Zikade überträgt die Goldgelbe Vergilbungskrankheit © lk/Luttenberger
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Die kleine Zikade überträgt die Goldgelbe Vergilbungskrankheit © lk/Luttenberger
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Die kleine Zikade überträgt die Goldgelbe Vergilbungskrankheit © lk/Luttenberger
Die kleine Zikade überträgt die Goldgelbe Vergilbungskrankheit © lk/Luttenberger
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Das Jahr 2011 war im Gegensatz zu den Jahren davor aus Pflanzenschutzsicht eher unproblematisch. Die deutlich niedrigeren Niederschlagswerte im Jahresvergleich führten zu einem geringeren Befallsdruck bei den meisten bedeutenden Schaderregern. Die ansonsten wichtige Rebkrankheit Peronospora (Falscher Mehltau) war nur in einzelnen wenigen Lagen problematisch. Die Trockenheit im Winter führte zu einer deutlichen Verzögerung der Dauersporenreife im Boden und zu einer späten Boden- oder Primärinfektion. Erst in den Sommermonaten wurden aufgrund der feucht-warmen Witterung Spät- infektionen in den obersten Blattetagen gefunden, die sich allerdings nicht mehr auf die Traubenqualität auswirkten. Wenn Probleme auftraten, dann eher aufgrund von Fehlern in der Applikationstechnik. Zu hohe Durchfahrtsgeschwindigkeiten und/oder das Befahren nur jeder zweiten Reihe führten zu einer mangelhaften Benetzung. Wichtig ist die Abwechslung verschiedener Wirkstoffgruppen im laufenden Jahr. Präparate mit systemischer beziehungsweise teilsystemischer Wirkung in der Hauptwachstumsphase vor und in der Blüte verwenden, tiefenwirksame Produkte eher später in der Traubenbildung einsetzen.

Grau- und Schwarzfäule

Mit Versuchen konnte ein guter Wirkungsgrad von frühen Behandlungsterminen bei der Botrytis (Graufäule) nachgewiesen werden. Die Krankheit ist allerdings ebenfalls nur in einzelnen Lagen stärker aufgetreten. Ebenso waren die Schwarzfleckenkrankheit sowie die Schwarzfäule nur in Einzellagen problematisch. Bei den beiden Krankheiten sollte man die Strategie auf die Witterungsverhältnisse nach dem Austrieb ausrichten. Vor allem Phasen mit langen Blattnässeperioden sind gefährlich. Vorbeugende Behandlungen mit wirksamen Mitteln machen sich langfristig bezahlt.

Oidium

Der "Schönwetterpilz" Oidium (Echter Mehltau) zeigte sich in den heißen Sommermonaten etwas stärker. Das Auftreten von Oidiumfiguren, rötlich braune Flecken am einjährigen Holz, weist auf einen erhöhten Druck für das heurige Jahr hin. Diese können jetzt im Zuge des Winterschnitts deutlich erkannt werden. Eine milde Witterung kann nach dem Austrieb zu einem erhöhten Ausgangsdruck führen - die Austriebsbehandlung mit Netzschwefel hat neben der Wirkung auf Schadmilben auch eine Nebenwirkung auf Echten Mehltau.

Goldgelbe Vergilbung

Bei der Goldgelben Vergilbung haben die vorgeschriebenen Maßnahmen im Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Rebzikade zu einer weiteren Reduktion des Überträgers geführt. Im Jahr 2012 kann in der Südoststeiermark das Maßnahmengebiet weiter reduziert werden. In der Südsteiermark wird das Behandlungsgebiet etwas ausgeweitet, erstmals werden auch zwei Gemeinden im Weinbaugebiet Weststeiermark in das Maßnahmengebiet aufgenommen. Krankheitsausbrüche im Süden der Südoststeiermark führen zur Bildung von zwei neuen Befalls- und Sicherheitszonen.

Positiv ist, dass keine Flächenrodungen, sondern nur das Entfernen von Einzelstöcken erforderlich war. Wichtig ist weiterhin das Erkennen und Roden von befallenen Rebstöcken und das Beseitigen weiterer möglicher Wirtspflanzen wie beispielsweise die Waldrebe in der Nähe von Weingärten. Vergilbungskrankheiten verursachen eine mangelhafte Verholzung der Triebe. Bei einem stärkeren Auftreten bitte den zuständigen Weinbauberater oder den amtlichen Pflanzenschutzdienst des Landes verständigen. Bereits der Verdacht ist meldepflichtig!

Kirschessigfliege

2011 wurde erstmals in der Steiermark ein Auftreten der Kirschessigfliege auf verschiedenen Beerenobstarten festgestellt. Im Gegensatz zu anderen Essigfliegenarten kann sie in unversehrte Früchte Eier ablegen. Ob sich diese ursprünglich aus Asien stammende Fliege auch auf Trauben zeigen wird, bleibt abzuwarten. Monitoringmaßnahmen sowie Versuche zur Eindämmung eines etwaigen Befalls werden heuer durchgeführt.

Pflanzenschutzmittel

Mittlerweile ist auch die Pflanzenschutzmittelliste für die Integrierte Produktion für Wein erschienen. Es gibt kaum Änderungen - nur ein Präparat, das Peronosporamittel Sanvino, ein Mittel speziell für die zweite Hälfte der Peronosporabekämpfung, wurde neu zugelassen. Die PSM-Liste ist im Internet www.lebensministerium.at abrufbar. Zu beachten ist, dass es auch unterm Jahr zu neuen Versionen kommen kann - Hinweise im Pflanzenschutzwarndienst beachten!
08.03.2012
Autor:Josef Klement
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