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Ölkürbis zeigt sich von seiner schönsten Seite

Die heuer gute Kürbisernte neigt sich dem Ende zu und lässt erste Vergleiche der Sorten zu.
© Roman Musch
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Die Ernte der Ölkürbisbestände in der Steiermark neigt sich langsam dem Ende zu. Doch nach wie vor finden sich Felder, auf denen sich die Kürbisse in Reihen geschoben präsentieren. Die Form, Farbe und Anzahl der Früchte lässt gewisse Vorahnungen auf den erhofften Ertrag zu. Was zählt, sind einerseits Ertragsleistung und Qualität, andererseits aber auch Produktionskosten und Markterlös. Im Zusammenspiel dieser Faktoren ist es für den Landwirt wichtig, eine Reihe von Entscheidungen zu treffen.

Ölkürbissorten im Vergleich

Eine der grundsätzlichen Entscheidungen im Frühjahr ist es, die richtige Sortenwahl zu treffen. Der Arbeitskreis Ackerbau der Landwirtschaftskammer Steiermark beschäftigt sich bereits seit fünf Jahren mit Fragen der Bestandsführung beim Steirischen Ölkürbis und sucht Antworten auf bestehende Fragen. Im Rahmen von Versuchsreihen werden dabei die im Handel verfügbaren Sorten sowie einige Sortenentwicklungen, die als Hoffnungsträger für die nächsten Jahre stehen, angebaut und verglichen (siehe unten). Die Detailauswertung der einzelnen Sorten auf allen sechs Versuchsstandorten in der Steiermark wird den Mitgliedern der Arbeitskreise Ackerbau in den nächsten Wochen präsentiert. Wer in keinem Arbeitskreis dabei ist, hat bei den Kürbisbautagen im Frühjahr 2012 die Möglichkeit von den Experten alle Details zu erfahren.

Beppo (eh. HSC 151)

Diese Hybridsorte der Saatbau Linz wurde 2011 erstmalig am Markt angeboten. Sie besticht durch eine sehr schöne Auskörnung und ausgesprochene Frühreife (etwa zwei Wochen frühreifer als Gleisdorfer Ölkürbis). Deshalb ist Vorsicht bei der Feststellung der Ernterreife geboten. Die Ertragsleistung liegt zwischen Gleisdorfer Ölkürbis und den Hybriden der Saatzucht Gleisdorf. Die Fruchtfäuletoleranz ist nicht so ausgeprägt wie bei den Gleisdorfer Hybriden.

Gleisdorfer Ölkürbis

Es handelt sich um eine Liniensorte mit breiter genetischer Varianz. Dies ermöglicht eine gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene Standorte und damit eine relativ stabile Ertragsleistung im mittleren Niveau. Die Sorte ist langtriebig und gestreift, zeigt mitunter aber eine unausgeglichene Abreife. Dem Gleisdorfer Ölkürbis fehlt die Toleranz gegenüber verschiedenen Mosaikviren und Fruchtfäulniserregern.

GL Global

Diese Hybridsorte war 2011 noch nicht am Markt erhältlich. Sie liegt ertraglich auf dem Niveau von GL Maximal, ist fruchtfäule- und mosaikvirustolerant sowie kurztriebig.

GL Maximal

Diese Hybridsorte wurde 2011 erstmalig auf etwas größerer Fläche angebaut. Die Sorte ist kurztriebig und gestreift, ist tolerant gegenüber Mosaikviren und Fruchtfäule und zeigt im Vergleich zu GL Opal etwas größere kugelige Früchte. Diese Sorte zeichnet sich durch hohes Tausendkorngewicht sowie durch interessant hohe Ertragsleistung aus. Sie eignet sich aufgrund der schönen Kerne hervorragend für die Herstellung von Knabberkernen als auch für die Ölproduktion.

GL Opal

Diese Hybridsorte erfreut sich seit 2008 zunehmender Beliebtheit. Nachdem mittlerweile mehrjährige Ergebnisse dieser Sorte aus den Versuchsreihen des Arbeitskreises Ackerbau vorliegen, wurde GL Opal 2011 erstmals im größeren Stil angebaut. Diese Sorte ist kurztriebiger als die Populationssorten und hat etwas kleinere, aber homogene Früchte. Diese Sorte ist Fruchtfäule- und Mosaikvirustolerant und zeichnet sich durch konstant höhere Erträge gegenüber Gleisdorfer Ölkürbis aus.

GL Rustikal

Diese Hybridsorte dürfte 2012 sehr nachgefragt werden. Sie ist kurztriebig, fruchtfäule- und mosaikvirustolerant und zeigt im mehrjährigen Schnitt der Versuche sowohl in Punkto Ertragsleistung als auch Ölgehalt die besten Ergebnisse im Vergleich zu den anderen Sorten.

GL 34 (ab 2012: GL Classic)

Diese Populationssorte ist im Wesentlichen eine Weiterzüchtung des Gleisdorfer Ölkürbis. Durch Selektion wurden die besseren Linien weitergeführt. Dies äußert sich vor allem in einer verbesserten Ertragsleistung gegenüber dem Ausgangsmaterial. In den Punkten Toleranz und Nachbau verhält sie sich gleich wie Gleisdorfer Ölkürbis.
Links zum Thema
  • Ölkürbiserlebnistag Stainz (Bilder)
03.10.2011
Autor:Reinhold Pucher
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