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Noch höhere Pappelerträge möglich, aber ...

Pappel schöpft ihr Potenzial später aus als gedacht. Optimaler Erntezeitpunkt nach sieben bis zehn Jahren. Weide auf schweren Böden im Vorteil.
In Folie gepflanzte Kurzumtriebs-Stecklinge vereinfachen den Pflanzenschutz und verbessern die Wuchsleistung © Karl Mayer
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In Folie gepflanzte Kurzumtriebs-Stecklinge vereinfachen den Pflanzenschutz und verbessern die Wuchsleistung © Karl Mayer
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In Folie gepflanzte Kurzumtriebs-Stecklinge vereinfachen den Pflanzenschutz und verbessern die Wuchsleistung © Karl Mayer
In Folie gepflanzte Kurzumtriebs-Stecklinge vereinfachen den Pflanzenschutz und verbessern die Wuchsleistung © Karl Mayer
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Die Erfahrungen rund um das Thema Kurzumtrieb, worunter auch noch Umtriebzeiten bis zu zehn Jahren zu verstehen sind, sind mittlerweile äußerst umfangreich. Die Ergebnisse der Versuche der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit der Energie-Steiermark zeigen seit den ersten Ernten mit modernen Pappelsorten im fünfjährigen Umtrieb im letzten Jahr, dass sehr hohe Ertragspotenziale in der Energieholzwirtschaft schlummern.

Nährstoffversorgung

Diese Ressourcen lassen sich allerdings nur dann heben, wenn mittlerweile schon alte Erfahrungen berücksich- tigt werden. Wesentlich bleiben nach wie vor die gute Nährstoffversorgung, insbesondere beim pH-Wert (über 5,5, besser 6,0) und der Phosphorversorgung (mindestens 40 Milligramm P2O5 je 100 Gramm Boden), und nicht zu vergessen die Pflege in den ersten beiden Wuchsjahren. Unkraut im Abstand von mindestens 80 Zentimetern vom Baum ist unerwünscht. Die Wuchsdepressionen bei mangelhafter Pflege ziehen sich noch über Jahre hinweg. Diesbezüglich findet das Setzen von längeren Ruten von ein bis zwei Metern Länge immer mehr Anklang. Der Vorteil dieser langen Ruten liegt darin, dass sofort mit einer chemischen Unkrautbekämpfung im Unterblattspritzverfahren begonnen werden kann und die Ertragsleistung ebenfalls höher ausfällt als bei kurzen 20 Zentimeter langen Stecklingen.

Folienpflanzung

Eine Alternative scheint für manche Landwirte auch das Pflanzen in 1 bis 1,2 Meter breite Folien zu sein (im Bild). Der Vorteil der Folie besteht in einer besseren Wuchsleistung der Bäume durch schnellere Bodenerwärmung und einem geringeren Pflanzenschutzaufwand. Mit dieser Variante lassen sich auch kurze Stecklinge mit geringem Pflanzenschutzaufwand setzen. Die Pflege reduziert sich in diesem Fall auf das Mulchen zwischen den Reihen. Zu empfehlen ist die Folie in schwer zugänglichen Regionen, in Gebieten mit wasserrechtlichen Auflagen, in kühlen Gebieten oder generell für Landwirte, die zwar den höheren Aufwand der Folienauslegung nicht scheuen, dafür aber in der Folge einen geringeren Pflanzenschutzaufwand lukrieren. Beim Auslegen der Folie sei noch darauf hingewiesen, dass genug Feinerde zum Einschlagen der Folie an den Rändern vorhanden sein muss, damit der Wind keine Angriffsfläche erhält.

Pappel weiter pflanzen

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen auch, dass es sich lohnt, den Pflanzverband auf zwei mal drei Meter auszuweiten, entspricht 1.666 Pflanzen je Hektar. Es ist nämlich aufgrund der letztjährigen Ertragsauswertung selbst auf sehr guten Standorten zu erwarten, dass nicht vor dem sechsten oder siebenten Standjahr zu ernten sein wird, ohne auf Ertragszuwächse zu verzichten. So gesehen gehört der sogenannte "fünfjährige Umtrieb" der Vergangenheit an. Auf extensiven Standorten wird daher nicht vor dem zehnten Wuchsjahr mit dem Ertragsoptimum zu rechnen sein. Andernfalls, also bei früher gewünschter Ernte, ist die Pflanzstärke auf eine höhere Pflanzenzahl anzupassen.

Weide für kurzen Umtrieb und schwere Böden

Weide ist auf mittleren und schweren Böden der Pappel überlegen. Bei kurzen Umtrieben mit maximal drei Jahren haben die letzten Jahre einen klaren Vorteil der Weide gegenüber der Pappel gezeigt. Die Gründe liegen darin, dass Weide trotz höherer Stecklingszahl je Hektar kostengünstiger ausgepflanzt werden kann, weil die Stecklingskosten der Weide bei einem Drittel der Pappel liegen. Beim Ertrag macht sich die höhere Pflanzenzahl der Weide auch positiv bemerkbar. Nicht zu vergessen ist der Pflanzenschutz, der durch den früheren Austrieb der Weide zusammen mit der höheren Pflanzendichte je Hektar (14.000 versus 7.200 bei Pappel) alle Vorteile der Unkrautunterdrückung ausspielt. Letztlich kommt noch hinzu, dass die Erntekosten bei einem dreijährigen Umtrieb der Weide im Gegensatz zum zweijährigen Umtrieb bei Pappel um ein Drittel billiger sind.

Fazit Kurzumtrieb

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass entweder ein mehrjähriger Umtrieb mit Pappel oder ein kurzer Umtrieb mit Weide die Erfolg versprechenden Varianten sein werden. Je besser die Pflege gelingt, umso höher werden die Erträge ausfallen. Das ist zwar bekannt, aber leider in der Praxis nicht häufig umgesetzt. Für Pappel im kurzen Umtrieb gilt, die Pflege zu optimieren, um auch hier die bestmöglichen Erträge zu erreichen.
Nähere Fach-Informationen zu Kurzumtrieb finden sich in der erweiterten Neuaflage der Broschüre der LK-Steiermark. Erhältlich um fünf Euro unter Tel. 0316/8050-1409
15.02.2012
Autor:Karl Mayer
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