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Maisanbau erfordert Fruchtfolge

Für spezialisierte Veredelungsbetriebe eine große Herausforderung. Maiswurzelbohrer­ ­ist große Gefahr.­ Es geht um die ­Absicherung der ­gewohnten Erträge. Wichtige Informationsveranstaltungen der Kammer.
© AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
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Derzeit werden österreichweit Gesetze verankert, die vorschreiben, dass in den nächsten vier Jahren auf einer Ackerfläche einmal eine andere Kultur als Mais zu bauen ist. Es gibt praktisch keinen Spielraum für einen steirischen Sonderweg in der Umsetzung der zwingenden Maisfruchtfolge. Das ist das Ergebnis zahlreicher zäher Vermittlungsversuche zwischen Imkervertretern, der Landwirtschaft, den Behörden und den Umweltorganisationen. Klar ist: Jede Abkehr von der bundeseinheitlichen Umsetzung löst unmittelbar einen massiven Druck in Richtung sofortiges Verbot der insektiziden Beize aus. Fachlich ist klar, dass ohne chemische Bekämpfungsmöglichkeit die Fruchtwechsel in wesentlich kürzeren Abständen durchgeführt werden müssen, um auch nur annähernd das Ertragsniveau der letzten Jahre abzusichern.

Informationsveranstaltungen

Bei nachfolgend angeführten Veranstaltungen wird über die Fruchtfolge informiert:

Getreide- und Alternativbautage:
29. Februar 2012, 9 Uhr, GH Pack, Hartberg
29. Februar 2012, 14 Uhr, GH Großschädl, Großwilfersdorf
1. März 2012, 9 Uhr, GH Farmer, Wundschuh
1. März 2012, 13.30 Uhr, Lehrsaal GENOSTAR Rinderbesamung GmbH, Gleisdorf, Am Tieberhof 6

Biogas-Maisbautag:
5. März 2012, 9 Uhr, GH Walch, Eichfeld
5. März 2012, 9 Uhr, GH Schwarz, Paurach

Hintergründe

Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica) ist weltweit der mit Abstand schlimmste Maisschädling. Er wurde in Europa erstmals 1992 am Belgrader Flughafen als Begleiter amerikanischer Hilfslieferungen festgestellt. Seit 2003 gibt es den Maiswurzelbohrer in der Steiermark, die er von Südosten aus eroberte. Im Vorjahr erreichte er das Ennstal. Die Einstufung als Quarantäne-Schädling in der EU erfordert wirksame Bekämpfungsmaßnahmen in den Mitgliedstaaten. Die Fruchtfolge ist zweifelsfrei die fachlich am besten wirksamste Bekämpfung. Alternativ erlaubt der Gesetzgeber eine chemische Bekämpfung. In der Regel passiert diese mit insektiziden Beizmitteln, da damit die mit Abstand geringste Wirkstoffmenge pro Hektar ausgebracht wird. Die Steiermark hat in der Vergangenheit aufgrund des hohen Maisbedarfes der Veredelungswirtschaft auf diese Art der Bekämpfung der Larven gesetzt. Das ermöglichte weiterhin maisstarke Fruchtfolgen bis hin zur Dauermaiskultur.

Bienenschäden

Ausgelöst durch einen gro- ßen Bienenschaden in Deutschland geriet das Beizmittel auch bei uns in Verdacht, Bienenschäden zu verursachen. Trotz umfangreicher Anstrengungen durch Landwirtschaft, Beratung und Saatgutwirtschaft konnte dieser Verdacht nicht entkräftet werden. 2011 war das dritte Jahr in Folge, in dem in der Steiermark lokal Bienenschäden durch insektizide Maisbeizmittel aufgetreten sind. Diese anhaltenden Probleme führten zur vehementen Forderung von Imkervertretern und Umweltorganisationen, ein österreichweites Beizmittelverbot zu verfügen.

Einjährige Maispause

In zahlreichen Gesprächen auf Bundesebene gelang es, den Einsatz des Beizmittels auch weiterhin zu ermöglichen, wenn im Gegenzug eine zwingende Fruchtfolge vorgeschrieben wird, die innerhalb von vier Jahren auf einer Fläche maximal drei Jahre Mais erlaubt. Diese einjährige Maispause bewirkt, dass rund die Hälfte des erforderlichen Beizmittels in Gebieten mit starkem Maiswurzelbohrerbefall eingespart werden, da im Jahr nach der Alternativkultur auch keine Larven im Boden sind.

Zahlreiche Proteste

2011 geht aber als Jahr der explosionsartigen Maiswurzelbohrervermehrung in die steirische Agrargeschichte ein. So berichten Mähdrescherfahrer bei der Ernte die Scheibenwischer eingeschaltet zu haben, um ausreichend zu sehen und Bauern von nestweisem Lagermais mit den typischen Schlangenhals-Pflanzen. Sie entstehen, wenn Mais sich wieder aufzurichten versucht, nachdem er wegen des Wurzelfraßes der Larven ins Lager ging. Es ist verständlich, dass die kurzfristige Ankündigung dieser Fruchtfolgeregelung Debatten auslöst und der Einhaltung einzelbetrieblich eine große Herausforderung bedeuten kann. Gerade spezialisierte Veredelungsbetriebe haben nicht selten hundert Prozent Mais auf den Äckern. Die nachhaltige Sicherung der gewohnten Erträge erfordert angesichts der Entwicklungen des Vorjahres aber rasches und konsequentes Handeln. Andernfalls sind die beiden Ziele - Erhalt der Beize und großflächiges wirkungsvolles Unterbrechen der Generationenfolge - nicht zu erhalten.

Umsetzung

Wenn möglich sollte heuer noch reagiert werden. Geht das nicht, verteilt sich die Fruchtfolgeauflage auf nur drei Jahre. Für Biogasbetriebe scheint der Anbau von Futterhirsen und Sudangräsern sinnvoll. Hier gibt es jahrelange und mittlerweile befriedigende Erfahrungen. Für Grünlandbetriebe mit wenig Ackerflächen bietet sich unter Umständen nach dem Maisbau die Umwandlung eines Teils der Ackerflächen in Grünland bei gleichzeitigem Umbruch von ackerfähigen Dauergrünlandflächen im selben Ausmaß an. Hier sind aber im Vorfeld die genauen Voraussetzungen/Verpflichtungen je nach Fördermaßnahmenteilnahme und Gebietskulisse abzuklären.
Links zum Thema
  • Fruchtfolgeauflagen kommen
09.02.2012
Autor:Arno Mayer
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