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Landwirtschaft: Große Schäden durch Hochwasser

Präsident Gerhard Wlodkowski von den Hochwasserschäden tief betroffen. Aufruf an die geschädigten Bäuerinnen und Bauern: Schaden so rasch wie möglich bei Gemeinden melden, um Hilfe aus Katastrophenfonds zu bekommen
120 mm in 3 Tagen 22-24.6.09 © lk-stmk
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Schaden: Mehr als eine Million Euro. Das Hochwasser hat auch die Landwirtschaft insbesondere in den Bezirken Feldbach, Fürstenfeld und Radkersburg arg in Mitleidenschaft gezogen und einzelne Betriebe massiv getroffen. Stark überschwemmt sind in den drei besonders arg betroffenen Bezirken 1500 Hektar Kürbis- und Maisflächen sowie rund 300 Hektar erntereifes Getreide. Der Schaden beträgt nach ersten groben Schätzungen mehr als eine Million Euro. Dazu kommen noch nicht absehbare Kosten für die Wiederherstellung von Obst- und Weingärten, die aufgrund des Dauerregens teilweise abgerutscht sind. Besonders hart betroffen sind auch die Saatgutvermehrer für Mais-, Kürbis- und Getreidesaatgut, weil die hohen Qualitätsanforderungen der Saatgutwirtschaft durch das Hochwasser jetzt nicht mehr erfüllt werden können.  
 
Wlodkowski: Tief betroffen. Nach massivem Hagel jetzt auch noch Hochwasser. Dazu Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski: "Ich bin vom Schadensausmaß tief betroffen. Nach den massiven Hagelschäden in den vergangen Wochen (Schaden: 14,5 Millionen Euro) sind jetzt wieder Spezialkulturen, die für die Bäuerinnen und Bauern ein wichtiges Einkommensstandbein sind, stark geschädigt. Ich ersuche die betroffenen Bäuerinnen und Bauern, den Schaden so rasch wie möglich bei der Gemeinde zu melden, damit unverzüglich Hilfe aus dem Katastrophenfonds kommen kann."

  • Bezirk Feldbach: Am stärksten betroffen.
    Der Bezirk Feldbach ist am stärksten vom Hochwasser betroffen. Es waren mehr als 1000 Hektar an Äckern und Wiesen überflutet. Bleibende Schäden gibt es auf einigen hunderten Hektar Kürbis-, Mais- und druschreifem Getreideflächen. Kürbis ist besonders arg betroffen, weil die Wurzeln im Boden nicht so gut verankert sind. Die Kürbispflanzen wurden insbesondere in Ufernähe weggerissen oder stark verschlämmt. Ersten Schätzungen zufolge sind rund 150 Hektar Kürbis stark geschädigt.
    Viele hunderte Hektar Mais sind ebenfalls verschlämmt. Die Folge: Verschlämmter Mais ist als Futterpflanze ungeeignet. Dazu kommt, dass in Gebieten mit starker Strömung Mais, trotz seiner Robustheit im Vergleich zu Kürbis, völlig zerstört wurde.
    Getreideernte gefährdet. In rund 14 Tagen hätte die Getreideernte voll einsetzen sollen. Durch die Überschwemmung ist die Ernte jetzt gefährdet.
    Hangrutschungen in Obstanlagen und bei Hofzufahrten. Wegen des anhaltenden Dauerregens kam es in vielen Gebieten des Bezirkes Feldbach auch zu Hangrutschungen. Davon betroffen sind Hofzufahrten, Feldwege aber auch Obstanlagen, die nur mehr mit großen Anstrengungen wieder hergestellt werden können.
    Futter und Vorräte weggeschwemmt. Auch einzelne Wirtschaftsgebäude wurden überschwemmt und darin gelagerte Vorräte wie Futter, Heu und Strohballen sowie Hackschnitzel weggeschwemmt.  
  • Bezirk Fürstenfeld: Spezialkulturen stark betroffen. Stark betroffen sind die Gemeinden Großwilfersdorf und Altenmarkt. Es wurden rund 500 Hektar landwirtschaftliche Kulturen in diesen beiden Gemeinden überschwemmt. Geschädigt sind in erster Linie Gemüse-, Obst-, Wein-, Kürbis-, Soja- und Maiskulturen sowie Saatgutvermehrungen. In Söchau wurden Wiesen und rund 50 Hektar Acker mit Kürbis und druschreifem Getreide überschwemmt. Weiters wurden viele Gräben verlegt, die den Abfluss des Wassers verhindern. Der Obst- und Weinbau im Bezirk Fürstenfeld ist in erster Linie durch Hangrutschungen betroffen.   
     
  • Bezirk Radkersburg
    Auch im Bezirk Radkersburg sind rund 200 Hektar Ackerland vorwiegend mit Mais und Kürbis, aber auch mit erntereifem Getreide, Soja und Kren stark betroffen. Aufruf der Landwirtschaftskammer: Schäden bei Gemeinde melden. Die Landwirtschaftskammer ruft die steirischen Bäuerinnen und Bauern auf, die Schäden zu dokumentieren und bei der Gemeinde einen Privatschadensausweis ausfüllen, um Hilfe aus dem Katastrophenfonds zu bekommen. Die Entschädigungen betragen generell bei Ernte- und Flurschäden 30 Prozent, bei Gebäudeschäden 50 Prozent. Grünland ist davon ausgenommen, weil es versicherbar ist.  
     

Kirschen: Enorme Schäden durch Dauerregen

Vollreife Kirschen sehr stark geschädigt. Der Dauerregen der vergangenen Tage hat auch enorme Schäden bei den steirischen Kirschen angerichtet. Rund 70 Hektar der derzeit vollreifen Kirschen sind mindestens zu 80 Prozent geschädigt, weil der Dauerregen die großen erntereifen Früchte platzen ließ. Der Schaden wird von Experten der steirischen Landwirtschaftskammer derzeit mit rund 1,7 Millionen Euro angegeben. Die Spezialkultur ist für 50 landwirtschaftliche Betriebe ein wichtiges Einkommenstandbein.
 
Schutz nur mit teurer Überdachungsfolie möglich. Um das Aufplatzen der Früchte zu verhindern, können Kirschen vor Regen nur mit teuren Überdachungsfolien geschützt werden. Die Investitionskosten für einen Hektar belaufen sich auf rund 40.000 Euro. In der Steiermark sind derzeit aufgrund der hohen Investitionskosten nur 15 Hektar Kirschen derart geschützt.
 
Zahlen und Fakten. In der Steiermark beschäftigen sich 50 Produzenten professionell mit dem Kirschenanbau. Es werden 103 Hektar Kirschen kultiviert.
25.06.2009
Autor:Roman Musch
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