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Kürbiskernöl im Visier

VKI nahm Herkunft des Kürbiskernöls unter die Lupe. Sonderprüfung für betroffene ­Ölmühle, denn es ist kein Platz für schwarze Schafe. Erhärtet sich der Verdacht, droht der Ausschluss.
Das Siegel Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. © lk-stmk
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Das Siegel Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. © lk-stmk
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Das Siegel Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. © lk-stmk
Das Siegel Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. © lk-stmk
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Das Positive gleich vorweg: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) attestiert steirischem Kürbiskernöl g.g.A. beste Qualität. Die 19 getesteten Öle, die aus Kernen internationaler Herkunft (China, Russland) hergestellt werden, sind oft mit Schadstoffen stark belastet. Bei drei der elf untersuchten g.g.A.-Ölen besteht der Verdacht, aus internationalen Kernen gepresst worden zu sein. Dies betrifft die Rewe-Handelsmarken „Billa“ und „Echt Bio“ sowie Pelzmann. Letztgenannte Ölmühle ist Mitglied der „Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“. „Wir gehen diesem Verdacht umgehend nach, veranlassen eine Sonderprüfung und werden dann das Ergebnis veröffentlichen“, betonen Franz Labugger, Obmann der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl und Paul Kiendler, Sprecher der Ölmüller in der Wirtschaftskammer. „Sollte sich der Verdacht erhärten, droht der Ausschluss. Denn für schwarze Schafe hat die Gemeinschaft keinen Platz“, nahmen Labugger und Kiendler die 2.500 ehrlich wirtschaftenden Produzenten in Schutz.

30 Öle wurden getestet

In den Regalen des österreichischen Lebensmittelhandels stehen rund zwei Drittel Kürbiskernöle, die aus Kernen internationaler Herkunft hergestellt werden. Nur ein Drittel ist Steirisches Kürbiskernöl, das aus Kernen von g.g.A.-Gebieten gepresst wird. Der jüngste Kernöltest des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) attestiert dem Steirischen Kürbiskernöl beste Qualität, während internationale Kürbiskernöle stark mit Schadstoffen belastet sind. Getestet hat der VKI insgesamt 30 Kürbiskernöle, wovon 19 internationaler Herkunft sind und elf aus dem geschützten g.g.A.-Gebiet stammen, also als Steirische Kürbiskernöle bezeichnet werden dürfen. Drei dieser g.g.A-Kürbiskernöle stehen aufgrund der Isotopen-Untersuchungen nach seltenen Erden – ausgeführt von der Montanuniversität Leoben – jetzt unter dem Verdacht, nicht oder nur teilweise aus g.g.A.-Kernen hergestellt zu sein. Außerdem testeten die Forscher zusätzlich auf Rückstände, um so Rückschlüsse auf das Anbaugebiet zu ziehen. Von diesen Anschuldigungen ist auch die Ölmühle Pelzmann betroffen, die Mitglied der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A ist. Ebenso treffen die Vorwürfe die Firma Url, die auch g.g.A.-Kürbiskernöle anbietet, aber nicht Mitglied der Gemeinschaft ist.

Sonderprüfung

„Wir gehen diesem Verdacht umgehend nach, veranlassen eine Sonderprüfung und werden dann das Ergebnis veröffentlichen“, reagierten Franz Labugger, Obmann der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. und Paul Kiendler, Sprecher der Ölmüller in der Wirtschaftskammer, sofort nach Bekanntwerden der Testergebnisse. Sollte sich der Verdacht tatsächlich erhärten, droht dem verantwortlichen Betrieb im äußersten Fall der Ausschluss aus der Gemeinschaft. „Denn für schwarze Schafe hat die Gemeinschaft keinen Platz“, nahmen Labugger und Kiendler die 2.500 ehrlich arbeitenden Produzenten und Ölmühlen in Schutz.

Kritik an Testmethode

Kritik üben Labugger und Kiendler an der vom VKI angewandten Isotopen-Testmethode, die kein exaktes Ergebnis über die Herkunft liefere. Labugger und Kiendler: „Die Testmethode ist unausgereift, es können lediglich Vermutungen angestellt werden.“ Genau deshalb verwende der VKI bei seiner Ergebnis-Interpretation stets die Beiwörter „vermutlich“, „eher“ und „wahrscheinlich“.

Wasserdichte Tests

Landwirtschaftskammer und Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl verlangen eine wasserdichte Testmethode zur Herkunftsbestimmung. Daran wird seit Jahresbeginn gemeinsam mit Joanneum Research gearbeitet. Mit der Kürbisernte im Herbst 2012 wird mit dem Aufbau der Datenbank begonnen.
30.05.2012
Autor:Rosemarie Wilhelm
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