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Künstliche Debatte um "Klimasünder" Wald

Kommentar von Horst Jauschnegg, Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes. Er sieht in dieser künstlichen Debatte ein Ablenkungsmanöver diverser Interessengruppen.
Horst Jauschnegg  Leiter des Energie-Referates der Landwirtschaftskammer Steiermark und Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes © Roman Musch
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Horst Jauschnegg, Leiter des Energie-Referates der Landwirtschaftskammer Steiermark und Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes © Roman Musch
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Horst Jauschnegg, Leiter des Energie-Referates der Landwirtschaftskammer Steiermark und Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes © Roman Musch
Horst Jauschnegg  Leiter des Energie-Referates der Landwirtschaftskammer Steiermark und Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes © Roman Musch
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Die weltweite Klimapolitik ist in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Das Kyoto-Protokoll läuft mit Ende des Jahres aus. Ein globales Nachfolgeabkommen ist bislang nicht zustande gekommen. Zuletzt hat man sich dazu bekannt, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, damit das Weltklima nicht total aus den Fugen gerät. Ob sich das Klima an diesen Beschluss halten wird? Die harten Fakten zeigen, dass die Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 senken müssen. Die EU hat sich verpflichtet, ihre Emissionen um 20 Prozent bis 2020 zu reduzieren. Ein erster wichtiger Schritt.
Doch statt sich von den fossilen Energieträgern zu verabschieden, ist eine intensive Diskussion um die CO2-Speicherung in den Wäldern entstanden. Die EU-Kommission hat sogar einen Gesetzesvorschlag in Begutachtung geschickt, der die heimischen Wälder im Visier hat – den Waldbewirtschaftern droht ein enormer bürokratischer Zusatzaufwand.
Es geht darum, dass der Wald als riesiger CO2-Speicher gesehen wird: Jeder Holzzuwachs ist positiv, jede Nutzung wird als CO2-Emission gewertet. Unsere Wälder, die Kohlenstoff (CO2) in einem natürlichen Kreislauf führen, würden damit als CO2-Emittenten gelten und jeder Waldbauer, der Holz nutzt, wäre quasi ein Klimasünder. Diese künstliche Debatte ist ein strategisches Ablenkungsmanöver der Fossil-Lobby, wogegen wir uns mit aller Kraft wehren. Die EU konterkariert damit ihre eigenen Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien. Die heimischen Wälder speichern zwar mehr CO2 als sie abgeben, weil die Waldfläche zunimmt und auch nicht der gesamte Zuwachs genutzt wird. Damit lässt sich das von Öl, Gas und Kohle verursachte Klimaproblem aber nicht lösen. Im Gegenteil: Wir müssen unseren Holzzuwachs bestmöglich nutzen und damit fossile Rohstoffe und Energieträger ersetzen.
25.04.2012
Autor:Horst Jauschnegg
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