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Hauswirtschaft hat Zukunft

An eine Bäuerin, Hausfrau und Mutter werden große Anforderungen im fachlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Bereich gestellt. Leider ist Hauswirtschaft unmodern geworden und wird immer nur mit Kochen und Putzen in Verbindung gebracht.
Am 21. März ist internationaler Tag der Hauswirtschaft © SYMBOL
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Alles wird selbstverständlich erledigt: ein gesundes und schmackhaftes Essen wird zubereitet, der Tisch wird gedeckt, Wäsche gewaschen und gebügelt, die Kinder für den Kindergarten und die Schule fertig gemacht, selbstverständlich noch eine Jause gerichtet, Hausaufgaben kontrolliert, die Kranken- und Altenpflege übernommen, der Garten gepflegt, das Haus sauber geputzt, das Geld gut verwaltet, der Einkauf erledigt, die Aufzeichnungen gemacht, die Gäste betreut, am Bauernmarkt verkauft und so nebenbei auch noch die Stallarbeit erledigt. Das alles verlangt ein hohes Maß an Managementqualitäten. Leider wird der Wert der Hausarbeit erst erkannt, wenn die Arbeiten nicht oder unzureichend erledigt werden: Hauswirtschaft fällt auf, wenn sie ausfällt!

Rund um den Haushalt sind viele Aufgaben angesiedelt

Der Haushalt als Wirtschaftsbereich: Haushalte wirtschaften mit Geld, Zeit, Arbeitskraft, Gütern und mit der Umwelt. Haushalten heißt auch einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen wie Wasser und Energie zu pflegen - unser Lebensstil muss zukunftsfähig sein. Auch der richtige Umgang mit Geld will gelernt sein.

Der Haushalt als Versorgungsbereich: Physische, psychische, soziale und kulturelle Bedürfnisse der Menschen werden im Haushalt gesichert. Hier werden Kenntnisse und Fertigkeiten, vor allem aber auch Einstellungen vermittelt. Sehr häufig bestimmt allein der Preis den Wert der verwendeten Lebensmittel. Frische, Saisonalität, Regionalität sowie kürzere Transportwege unserer heimischen Lebensmittel spielen in einer Gesellschaft, wo "Geiz ist geil" teilweise bereits eine Grundeinstellung geworden ist, eine untergeordnete Rolle. Das damit auch die Absicherung zahlreicher unserer Arbeitsplätze verbunden ist, wird dabei häufig übersehen. Regionale und saisonale Ernährung erfordert Wissen um Lebensmittel, um ihre Herkunft und um die Möglichkeit der Verarbeitung. Traditionelles Wissen in den Familien verschwindet und damit die Möglichkeit des informellen Lernens in diesem Bereich.

Der Haushalt als Ort des Zusammenlebens: Wir leben in einer Zeit, in der sich unser Leben in der Gesellschaft und in der Familie grundlegend verändert hat bzw. noch immer verändert. In allen Gesellschaften organisieren Menschen ihr Zusammenleben in kleineren, überschaubaren Einheiten. Haushalte sind Orte des Zusammenlebens, Rückzugs- und Erholungsbereiche. Für Kinder sind Haushalte Lebensräume, in denen sie Geborgenheit, Sicherheit und persönliche Nähe erfahren. Hier lernen wir die richtige Kommunikation, die Konfliktbewältigung und die Kooperationsbereitschaft. Im Haushalt finden ältere Menschen Geborgenheit, haben das Gefühl gebraucht zu werden.

Große Herausforderungen

Die Hauswirtschaft unterliegt heute großen Herausforderungen; die fortschreitende Alterung der Gesellschaft, die Globalisierung, technologische Entwicklungen, der Wohlstand sowie die Individualisierung seien beispielsweise angeführt. In Folge des demografischen und sozialen Wandels unserer Gesellschaft gibt es auch tiefgreifende Veränderungen in den Haushaltsstrukturen; der Bedarf an hauswirtschaftlicher Bildung bzw. an hauswirtschaftlichen Kenntnissen einerseits, aber auch der Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen andererseits wird immer höher und wichtiger. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind bei uns eher als hauswirtschaftliches Handlungsfeld der Zukunft zu sehen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Auf der einen Seite kann man darunter verschiedene Betreuungsformen für Senioren oder Pflegebedürftige verstehen aber andererseits auch hauswirtschaftliche Dienstleistungsangebote für private Haushalte mit bestimmten Anforderungen. Nach wie vor ist die Arbeit in den Haushalten ungleich verteilt - zu Lasten der Frauen. Frauen sind oft berufstätig, kümmern sich um die Kinderbetreuung und kochen auch noch. Zudem nimmt auch die Singularisierung ständig zu - immer mehr Menschen leben alleine. So gibt es beispielsweise in Bayern selbständig tätige Frauen, die verschiedene Dienstleistungen wie Wäscheservice, Hausobsorge, Gartenpflege und dergleichen mehr anbieten.

Haushalt hilft auch jungen Menschen

Das Wissen um die Hauswirtschaft hilft vor allem jungen Menschen, sich im Leben zurechtzufinden, ihren Haushalt zu managen und ihre Finanzen im Griff zu haben. So haben sie auch die Möglichkeit schrittweise eine eigene Oase des Wohlfühlens aufzubauen. Hauswirtschaftliche Bildung vermittelt ganzheitliches und nachhaltiges Denken und Handeln. Sie beinhaltet das Wissen um gesunde Ernährung, Finanzplanung und das Verstehen ökonomischer Zusammenhänge, Zeitmanagement, den fachgerechten Umgang mit unseren Ressourcen und vermittelt vor allem auch soziale Kompetenzen. Auch wenn der Begriff der Hauswirtschaft veraltert erscheint und vor allem "uncoole Assoziationen" auslöst, bietet die Hauswirtschaft ein großes Spektrum an Arbeits- und Einsatzbereichen, deren gesellschaftliche Bedeutung weitgehend unterschätzt wird. Der Internationale Tag der Hauswirtschaft am 21. März könnte doch als Anlass genommen werden, über die Bedeutung der Hauswirtschaft in ihren unterschiedlichen Facetten einmal bewusst nachzudenken.
14.03.2012
Autor:Andrea Muster
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