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Graz weltweite "Biomasse-Hauptstadt"

"Graz ist im Jänner weltweite Biomasse-Hauptstadt. Mehr als 100 Top-Referenten aus 17 Nationen werden über die Weiterentwicklung der Bioenergie beraten", kündigte Horst Jauschnegg, neuer Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes und Energie-Experte der Landwirtschaftskammer, die mittlerweile dritte mitteleuropäische Biomassekonferenz in der Landeshauptstadt an. Gleichzeitig ist die internationale Biomassekonferenz wichtige Wirtschaftsplattform.
Präsentierten das hochkarätige Programm der mitteleuropäischen Biomassekonferenz: Armin Egger (Messe Congress Graz-Vorstand)  Werner Brugner (Kammerdirektor)  Erich Fercher  (Geschäftsführer der Bioenergy 2020+) und Horst Jauschnegg (Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes) v.l.n.r. © LK/Wiesner
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Präsentierten das hochkarätige Programm der mitteleuropäischen Biomassekonferenz: Armin Egger (Messe Congress Graz-Vorstand), Werner Brugner (Kammerdirektor), Erich Fercher, (Geschäftsführer der Bioenergy 2020+) und Horst Jauschnegg (Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes) v.l.n.r. © LK/Wiesner
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Präsentierten das hochkarätige Programm der mitteleuropäischen Biomassekonferenz: Armin Egger (Messe Congress Graz-Vorstand), Werner Brugner (Kammerdirektor), Erich Fercher, (Geschäftsführer der Bioenergy 2020+) und Horst Jauschnegg (Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes) v.l.n.r. © LK/Wiesner
Präsentierten das hochkarätige Programm der mitteleuropäischen Biomassekonferenz: Armin Egger (Messe Congress Graz-Vorstand)  Werner Brugner (Kammerdirektor)  Erich Fercher  (Geschäftsführer der Bioenergy 2020+) und Horst Jauschnegg (Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes) v.l.n.r. © LK/Wiesner
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"Biomasse ist und bleibt auch in Zukunft das Fundament der erneuerbaren Energieversorgung. Sie ist der einzige erneuerbare Energieträger aus dem Wärme, Strom und Treibstoffe erzeugt werden können - und das zu jeder Tageszeit und bei jeder Witterung", betont Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes und des Organisationskomitees für die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2011, die von 26. bis 29. Jänner 2011 in Graz stattfindet. Erstmals in der Geschichte der EU wurden für jedes Mitgliedsland verbindliche Mindestziele für den Ausbau erneuerbarer Energien festgelegt. Erste Auswertungen der von den EU-Ländern vorgelegten Aktionspläne zur Erreichung dieser Ziele zeigen, dass 2020 zehn Prozent des Energieverbrauchs der EU allein durch Biomasse gedeckt werden sollen. Damit wird die Biomasse mit einem Anteil von 50 Prozent zur wichtigsten erneuerbaren Energiequelle der EU. Auch beim weiteren Ausbau in den nächsten Jahren wird der Bioenergiesektor mehr als die Hälfte der zusätzlich erforderlichen erneuerbaren Energie bereitstellen. "Der Wald wird weiter unangefochten die Hauptquelle für Biomasse in der EU bleiben. Die Energieproduktion auf Äckern und Wiesen gewinnt aber an Bedeutung. Viele Mitgliedsstaaten wollen verstärkt auf agrarische Rohstoffe zurückgreifen", erklärt Jauschnegg. Anlass genug, um dem Thema Kurzumtriebshölzer und neue agrarische Rohstoffe einen eigenen Konferenztag zu widmen, bei dem neben den neuesten Anbaumethoden auch die Ernte- und Logistikkosten sowie neueste Erkenntnisse zur Verfeuerung dieser Brennstoffe beleuchtet werden.  
 
Klimawandel und sichere Energieversorgung
Im Eröffnungsreferat der Konferenz wird sich Umweltminister Niki Berlakovich mit der Frage beschäftigen, ob die Erneuerbaren nun endgültig vor dem Durchbruch stehen. Adam Brown von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris wird die Wechselwirkungen zwischen den internationalen Öl- und Gasmärkten und den Erneuerbaren beleuchten. Andre Faaij von der Universität Utrecht, Niederlande, wird sich ausführlich dem boomenden internationalen Biomassehandel widmen. Schließlich wird Georg Kaser, Klimaexperte der Universität Innsbruck und Mitautor des IPCC-Berichts, aufzeigen, wie es um die Klimaerwärmung nun tatsächlich bestellt ist und wo die zentralen Stellschrauben zu dessen Eindämmung liegen.  
 
Politische Strategien zur Entwicklung der Bioenergie in der EU
Die zweite Plenumsveranstaltung der Konferenz wird sich mit den Schwerpunkten "Nationale Aktionspläne für erneuerbare Energien" und "Zukunftsperspektiven für erneuerbare Energien" auseinandersetzen. Fanny Langue aus der Generaldirektion Energie der EU-Kommission wird die Positionen und Ziele der Kommission darlegen und Gustav Melin, nach Heinz Kopetz der nunmehrige Präsident des Europäischen Biomasse-Verbandes, wird auf die Rolle der Bioenergie in den Nationalen Aktionsplänen eingehen. Dirk Ahner, Leiter der Generaldirektion Regionalpolitik der EU-Kommission, hat die Kohäsions- und Strukturfonds als treibende Kraft für eine erneuerbare dezentrale Energieversorgung zum Thema.  
 
Geballte Bioenergie-Kompetenz
Die Konferenz wird mit über 100 Fachreferaten und Top-Vortragenden aus 16 Nationen einen aktuellen und breiten Überblick über die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen auf dem gesamten Gebiet der energetischen Biomassenutzung (Wärme, Strom und Treibstoffe) geben. Weitere Schwerpunkte der Konferenz sind:
  • Rohstoffverfügbarkeit und -bereitstellung
  • Umwandlungstechnologien für Wärme, Strom und Treibstoffe
  • industrielle Anwendungen und Finanzierung von Bioenergieprojekten
  • Umweltauswirkungen und Marktentwicklungen
  • politische Entwicklungen und Handlungserfordernisse
  • Torrifikation von Biomasse
  • Feinstaub-Emissionen
 
"Häuslbauer"-Messe inklusive  
Die Anmeldung für die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2011 - Central European Biomass Conference 2011 wurde bereits eröffnet, ein entsprechendes Online-Formular steht auf der Homepage zur Verfügung: http://www.biomasseverband.at/biomasse?cid=41085. Der Kongress wird im Messe Center Graz parallel zur "Häuslbauer"-Messe stattfinden. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung. Programm, Tagungsbeiträge, organisatorische Hinweise, Online-Anmeldung und alle weiteren Details (deutsch und englisch) auf: http://www.biomasseverband.at/biomasse?cid=41341


Energiestrategie Steiermark rasch umsetzen
"Um die Energieversorgung der Steiermark langfristig abzusichern, den Klimawandel zu bremsen und die Wettbewerbsfähigkeit der Grünen Mark nicht zu gefährden, müssen wir Energie effizienter nutzen und erneuerbare Energie noch stärker als bisher forcieren", betont Werner Brugner, Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark, und fordert: "Die im letzten Jahr beschlossene Energiestrategie Steiermark muss rasch zur Umsetzung gelangen, damit wir die verfügbaren Ökoenergie-Ausbaupotenziale rasch mobilisieren können. Wir gehen davon aus, dass die Ökoenergie bis 2020 um knapp 60 Prozent ausgebaut werden kann. Doch das passiert nicht von selbst. Die öffentliche Hand muss hier klare Signale setzen."
 
Die Steiermark braucht eine Öko-Revolution am Wärmemarkt
"Ein Stärkefeld der Steiermark ist der Bereich Ökowärme. Wir produzieren in der Steiermark weltweit gefragte Spitzentechnologie bei Biomassefeuerungen - Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletsfeuerungen - sowie Solaranlagen. Diesen heimischen Ökowärmemarkt müssen wir weiter ausbauen", unterstreicht Brugner. Jeder zweite steirische Haushalt wird mit Öl, Gas, Kohle oder Strom beheizt. Um der drohenden Kostensteigerung bei fossilen Brennstoffen zu entkommen, sollten diese Haushalte so rasch wie möglich auf alternative Heizformen wie moderne Holzfeuerungen und Solaranlagen umsteigen, um langfristig von günstigeren Heizkosten zu profitieren. Diese haben in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zu den herkömmlichen Heizsystemen sind. Mit den vorhandenen Ausbaupotenzialen können in der Steiermark bis 2020 rund 45 Prozent der fossilen Heizungen durch moderne Holzfeuerungen und Solaranlagen ersetzt werden.
 
Klimawandel ernsthafte Bedrohung für heimische Bauern
"Der Einsatz fossiler Energieträger ist für etwa 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich und damit die Hauptursache des Klimawandels. Ohne spürbare Reduzierungen dieser Emissionen werden die globalen Temperaturen mit einer großen Wahrscheinlichkeit um mehrere Grad Celsius steigen. Österreich, und hier vor allem auch die Land- und Forstwirtschaft, wird massiv von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein", befürchtet Brugner und ergänzt: "Deshalb ist es für uns als bäuerliche Interessenvertretung schon seit Jahrzehnten ein wichtiges Anliegen, den Einsatz von Biomasse als CO2-neutrale Energiequelle zu forcieren. Besonders wichtig ist es uns, dass die Bauern nicht nur als Rohstofflieferanten auftreten, sondern sich zum Energiedienstleister weiterentwickeln. Die österreichischen Bauern haben in einer Vielzahl von Projekten bewiesen, dass sie als Produzenten von Biowärme, Ökostrom und Biotreibstoffen verlässliche Partner für die österreichischen Energiekonsumenten sind".
 
Bioenergie-Versorgung aus dezentralen Anlagen stößt auf weltweites Interesse
"Der steirische Weg der Bioenergieversorgung aus der Land- und Forstwirtschaft durch dezentrale Anlagen hat sich bestens bewährt und soll weiter forciert werden. Hier sind wir in der Steiermark weltweiter Vorreiter und unsere Erfahrungen, wie wir solche Projekte organisieren und betreiben, stoßen auch international auf großes Interesse", erklärt Brugner. So vermarkten Bauern nachhaltige Holzbrennstoffe wie Brennholz oder Hackschnitzel, beliefern Kunden mit komfortabler Biowärme und produzieren auch umweltfreundlichen Ökostrom sowie Biotreibstoffe. "Diese Energie der kurzen Wege ist nachhaltig und schützt unser Klima, weil der Rohstoff nicht über große Distanzen angeliefert werden muss. Außerdem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen und der Kaufkraftabfluss durch die Fossilenergie-Importe verringert", unterstreicht Brugner. Österreich zahlte in den letzten beiden Jahren zwischen sieben und zehn Milliarden Euro für den Import von Öl, Gas und Kohle. Die Abhängigkeit Österreichs von fossilen Energieimporten ist fatal. Österreich musste 2009 rund 92 Prozent des Mineralöls, 80 Prozent des Erdgases und 100 Prozent der Kohle importieren.
 
Österreichische Hersteller sind weltweit Technologieführer bei Biomasse
Österreichische Hersteller von modernen Biomassefeuerungen (Hackschnitzel-, Pellets- und Scheitholzfeuerungen), von Anlagen zur Produktion von Biotreibstoffen (Biodiesel, Bioethanol) aber auch von Anlagen zur Ökostromproduktion (aus Holz oder Biogas) sind weltweite Technologieführer und auf den Exportmärkten sehr erfolgreich.

07.12.2010
Autor:Rosemarie Wilhelm
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