In den vergangenen zwei Jahrzehnten blieb die Landwirtschaft von Spätfrösten weitgehend verschont, heuer haben bereits zwei Frostwellen massive Schäden angerichtet. Besonders hart betroffen sind die Obstbauern, auch die Christbaumproduzenten, die Acker- und Gemüsebauern leiden. „Nahezu alle Obstproduzenten sind in unterschiedlichem Ausmaß betoffen“, berichtet Rupert Gsöls, Obmann der Steirischen Erwerbsobstbauern. Der erste Frost überraschte die Produzenten zur Blütezeit in der Nacht zum Ostermontag, die zweite Frostwelle kam fünf Wochen später in der Nacht vom 17. auf 18. Mai. Dieser ungewöhnliche Spätfrost hat bereits entwickelte Früchte zum Teil stark geschädigt.
Frost setzte der Landwirtschaft zu
Zwei Frostwellen haben massive Schäden angerichtet. Am stärksten betroffen sind die Obstproduzenten. Auch die Christbaumproduzenten, die Acker- und Gemüsebauern sowie Baumschulbetreiber erlitten Schäden.
Von Sorte und Lage abhängig
in den südlichen Teilen der Obstbaugebiete Schäden angerichtet hat, traf die zweite Frostwelle vor allem die tieferen Lagen im nördlichen Obstbaugebiet im Großraum Puch/Weiz. Dieser Spätfrost hat bereits kleine Äpfel mit einem Durchmesser von 1,2 Zentimetern zerstört. Und weiter: „Die Schäden an den Apfelkulturen sind abhängig von der Sorte und der Lage. Das Schadensausmaß quer durch alle steirischen Obstgärten liegt zwischen fünf und 95 Prozent“, rechnet Gsöls vor.
„Bei einzelnen Betrieben hat der Frost die Apfelernte fast zur Gänze vernichtet. Das ist besonders bitter und für die Betroffenen existenzbedrohend. Diese schwerstbetroffenen Betriebe brauchen Hilfe“, fordert Präsident Gerhard Wlodkowski Hilfe von Bund und Land.
Wlodkowski fordert Hilfe
Der Gesamtschaden wird allein für die steirische Landwirtschaft auf rund 30 Millionen Euro geschätzt. Für die schwerstbetroffenen Betriebe verlangt Kammerpräsident Gerhard Wlodkowski Hilfe von Bund und Land. Nahezu alle Obstbauern sind in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. „Die Schäden an den Apfelkulturen sind abhängig von der Sorte und Lage. Das Schadensausmaß quer durch alle steirischen Obstgärten liegt zwischen fünf und 95 Prozent“, rechnet Rupert Gsöls, Obmann der steirischen Erwerbsobstbauern vor.
Auch Erdbeeren vernichtet
Von 150 Hektar Gesamtanbaufläche sind zwei Drittel zwischen 30 und 80 Prozent geschädigt, einzelne Flächen wurden sogar total vernichtet. Ersten Schätzungen zu Folge ist die halbe steirische Erdbeerernte zerstört worden. Massiv sind auch die Schäden bei Kirschen, Marillen und Pfirsichen. Aufgrund des Frostes und der nachfolgenden schlechten Befruchtung wegen der kalten Witterung, sind bei Kirschen, Marillen und Pfirsichen im Schnitt Ertragseinbußen von 40 Prozent zu rechnen. Einzelne Betriebe haben bei diesen Kulturen sogar Totalausfälle.
Schäden an Christbäumen
Auch die Christbaumkulturen hat der Spätfrost stark beeinträchtigt. „In der Steiermark sind 50 Prozent der Christbaumkulturen massiv geschädigt, weitere 20 Prozent leicht. Besonders arg betroffen sind die Betriebe in der Oststeiermark“, berichtet Gottfried Fließer, Obmann der steirischen Christbaumproduzenten. Um die Qualität der Christbäume zu retten, müssen die abgefrorenen Maitriebe entfernt werden. Pro Baum sind es oft mehr als hundert Triebe, was einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand nach sich zieht.
Ackerkulturen, Gemüse
Der Frost hat auch den Kürbissen zugesetzt. Vereinzelt gibt es Totalschäden, rund 300 Hektar müssen neu angebaut werden. Schäden verzeichnen auch die Baumschulen, die Käferbohnen- und Maisproduzenten. Leicht betroffen sind auch die Gemüseproduzenten.

