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Der Aristokrat der Salate

Hauptartikel

Das Original

Grazer Krauthäuptel geht auf Steiermark-Begrüßungs-Tour

Der Grazer Krauthäuptel gedeiht nur in unserem Klima prächtig. Im Sommer verlangt er standesgemäß viel Aufmerksamkeit von seinem Gärtner. Aber es lohnt sich.
Die Ernte des Grazer Krauthäuptels im Freiland hat schon begonnen. Das Original erkennt man am rot-violetten Randerl. © BMLFUW/Newman
Die Ernte des Grazer Krauthäuptels im Freiland hat schon begonnen. Das Original erkennt man am rot-violetten Randerl. © BMLFUW/Newman
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Die Ernte des Grazer Krauthäuptels im Freiland hat schon begonnen. Das Original erkennt man am rot-violetten Randerl. © BMLFUW/Newman
Die Ernte des Grazer Krauthäuptels im Freiland hat schon begonnen. Das Original erkennt man am rot-violetten Randerl. © BMLFUW/Newman
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Der Grazer Krauthäuptel ist ein Salat von der guten alten Sorte. Er ist speziell auf unser steirisches (illyrisches) Klima angepasst und recht unempfindlich gegenüber Schädlingen, Pilzen und Krankheiten. Doch wenn der Aristokrat der Salate Stress bekommt, werden die Blattränder oft nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt; die Ränder sterben ab, werden schwarz.

Problem "Randeln"

Einer der es wissen muss, der Obmann der Genuss Region Grazer Krauthäuptel Markus Hillebrand, erklärt: "Wenn´s im Sommer sehr heiß ist und der Grazer Krauthäuptel mit kaltem Brunnenwasser gegossen wird, bedeutet das Stress. Daher muss man schauen, dass er es immer schön gleichmäßig feucht hat und mit dem Stickstoff etwas hintenbleiben.“ Wegen dem "Randeln“, wie dieses Problem im Jargon heißt, weichen einige Salatbauern in den heißen Monaten auf einen anderen Salat aus. Dieser heißt nur "Krauthäuptel“, weshalb im Namen Verwechslungsgefahr besteht.

An Region gebunden

Das Randeln wäre züchterisch durchaus in den Griff zu bekommen, doch seine hochgradige Anpassung an das illyrische Klima, lässt ihn nur hier und nirgends sonst so prächtig gedeihen. Deshalb ist der Grazer Krauthäuptel für große Saatgutunternehmen, die sich die Züchtung leisten könnten, nicht lukrativ genug. Fluch und Segen zugleich. Weil er so besonders ist, erzielen die Bauern gute Preise. Aber weil er so regional ist, investieren die Saatgutfirmen nicht in den Zuchtfortschritt. Hillebrand setzt diesen besonderen Salat von Anfang März bis Ende August durchgehend an. Acht bis zehn Wochen braucht es im Frühjahr bis zur Ernte, im Sommer nur mehr vier bis fünf Wochen. Auf seinem Genussbauernhof in Zettling bekommt man immer das Original.

Gartentipp

  • Der Grazer Krauthäuptel ist ideal für den eigenen Garten. Blattläuse und Pilzkrankheiten können ihm wenig anhaben. Am einfachsten ist es, beim Gärtner gesunde Jungpflanzen zu kaufen.
  • Beim Pflanzen darauf achten, dass der Erdpresstopf maximal zur Hälfte in den Boden kommt, damit die Blätter wenig Bodenkontakt haben. Dies ist wichtig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
  • Der Boden soll humos und durchlässig sein. Es ist nur eine mäßige Düngung mit Qualitätskompost, Gesteinsmehl, Hornmehl etc. erforderlich. Mit Mulchfolien oder –vlies ist keine Unkrautbekämpfung notwendig.

Das Original erkennen

  • Seine äußeren Blätter haben ein schmales, dunkelrot bis violett gefärbtes Randerl (je kühler die Witterung beim Wachsen, desto intensiver). Sein ausgeprägter Salatkopf schillert ebenfalls meist leicht dunkelrot bis violett. Die Blätter mit den feingezackten Rändern sind stark blasig gewölbt.
  • Grazer Gärtner brachten den so genannten "Laibacher Eissalat“ noch während des ersten Weltkrieges in die Landeshauptstadt und züchteten daraus den zart-knackigen, leicht süßlichen Grazer Krauthäuptel.

Genuss

  • Der beliebteste Salat der Steirer ist nicht nur ein wahrer kulinarischer Genuss, sondern hat auch ganz schön etwas im Köpfchen: reichlich Vitamine und Mineralstoffe.
  • Den Grazer Krauthäuptel nicht zu lange und nur mit wenig Wasser waschen. So bleibt dieser frisch und knackig, Vitamine und Mineralstoffe bleiben gut erhalten. Den Grazer Krauthäuptel erst kurz vor dem Essen zubereiten. Auch die äußeren Blätter verwenden.
  • Der Vitamin-Gehalt im Salat nimmt nach außen hin zu. Der Grazer Krauthäuptel besteht zu 90% aus Wasser, ist sehr kalorienarm und ideal für leichte Kost sowie für Schonkost.
26.04.2012
Autor:Roman Musch
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