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Borkenkäfer: Vorbeugen ist besser als bekämpfen

Neben dem Aufbau artenreicher und gesunder Mischbestände ist die Waldhygiene in nadelholzreichen Beständen von größter Bedeutung. Schadholzanteil ist stark zurückgegangen.
Borkenkäferbefall ist derzeit am Bohrmehlauswurf zu erkennen. Später harzt der Baum und der Specht versucht an die Larven zu kommen. Kronenverfärbungen zeigen sich erst spät.
Borkenkäferbefall ist derzeit am Bohrmehlauswurf zu erkennen. Später harzt der Baum und der Specht versucht an die Larven zu kommen. Kronenverfärbungen zeigen sich erst spät.
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Borkenkäferbefall ist derzeit am Bohrmehlauswurf zu erkennen. Später harzt der Baum und der Specht versucht an die Larven zu kommen. Kronenverfärbungen zeigen sich erst spät.
Borkenkäferbefall ist derzeit am Bohrmehlauswurf zu erkennen. Später harzt der Baum und der Specht versucht an die Larven zu kommen. Kronenverfärbungen zeigen sich erst spät.
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Zwischen 2010 und 2011 sind die Schadholzmengen stark zurückgegangen. Das bestätigt auch die jüngste Holzeinschlagsmeldung (Grafik). Trotzdem ist die Borkenkäfersituation auch heuer wieder sehr angespannt.
Schadholzanteil am gesamten Einschlag der Steiermark © lk-stmk
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Schadholzanteil am gesamten Einschlag der Steiermark © lk-stmk
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Schadholzanteil am gesamten Einschlag der Steiermark © lk-stmk
Schadholzanteil am gesamten Einschlag der Steiermark © lk-stmk
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In diesem Zusammenhang gilt die Devise: “Vorbeugen ist besser als bekämpfen!“ Neben dem Aufbau artenreicher und gesunder Mischbestände ist die Waldhygiene in nadelholzreichen Beständen von größter Bedeutung. Besonders in Fichtenreinbeständen darf kein frisches, bruttaugliches Material zurückgelassen werden. Soll aus ökologischen Gründen Biotopholz im Wald verbleiben, muss auf Laubholz zurückgegriffen werden. Frisch befallene Bäume müssen umgehend geschlägert, gerückt und abtransportiert werden. Es gilt zu verhindern, dass sich die Borkenkäferlarven, die sich zwischen Rinde und Holzkörper befinden, zu Käfern entwickeln und anschließend Fraßschäden an weiteren Bäumen anrichten. Weiterhin sollten auch die natürlichen Feinde der Borkenkäfer wie zum Beispiel der Schwarzspecht, gefördert werden. Für die Aufzucht seiner Brut benötigt der Nützling Bio­topbäume (Brusthöhendurchmesser 40 Zentimeter aufwärts) in nadelholzreichen Waldbeständen.

Befallene Bäume erkennen

Die laufende Kontrolle der Fichtenbestände hat jetzt Priorität. Die frisch befallenen Bäume lassen sich anhand von frischem Bohrmehl erkennen, das durch die Einbohrlöcher (rund drei Millimeter Durchmesser) der elterlichen Käfer ausgeworfen wird. Das sägemehl­ähnliche Material sammelt sich an der Rinde und auf der Bodenvegetation. In weiterer Folge fallen grüne, trockene Nadeln auf den Waldboden, die ein untrügliches Signal des Borkenkäferbefalls sind. In dieser Phase werden auch Spechtabschläge und Harzfluss an der Rinde sichtbar und die ersten vergilbten Nadeln bilden sich. Komplett trockene Fichten mit braunen Nadeln und abgefallener Rinde sind in der Regel ein Überbleibsel des Vorjahres. Sie sind keine Gefahr mehr und müssen daher auch nicht zwingend entfernt werden.

Reihenfolge einhalten

Wenn es bei größeren Waldflächen an unterschiedlichen Stellen zu einem Befall kommt, heißt es Ruhe bewahren! In erster Linie sollten die Befallsherde in einer bestimmten Reihenfolge aufgearbeitet werden. Schadholzaufarbeitung hat immer Vorrang vor allen anderen Forstarbeiten. Nach Möglichkeit, sollten die Befallsherde sinnvollerweise in folgender Reihenfolge abgearbeitet werden.
  • Befallenes Holz vor unbefallenem Holz
  • Nadelholz- immer vor Laubholz
  • Einzelwürfe vor Nesterwürfe vor Flächenwürfe
  • Einzelwürfe und Kleinflächen vor Großflächen
  • Bruchholz vor jedem Windwurfholz
  • Befall sonnseitig vor schattseitig aufarbeiten
Gemäß Holzeinschlagsmeldung ist der Schadholzanteil gegenüber dem Vorjahr stark zurückgegangen. Konkret verringerte sich die Schadholzmenge in der Steiermark von 39 auf 26 Prozent (1,3 Millionen Festmeter).

Gefahr lauert heuer

Trotzdem gibt es für heuer keine Borkenkäfer-Entwarnung. Die Borkenkäfergefahr darf wegen des milden Winters, in dem wenig Borkenkäfer erfroren sind, und wegen des kühlen Herbstes im Vorjahr nicht unterschätzt werden. Besonders das niederschlagsarme Frühjahr tut sein Übriges dazu. Nach Aussagen der Experten vom Bundesamt für Wald, lassen sich erste zuverlässige Aussagen ab Mitte Juni treffen. Es ist jedoch jetzt schon erkennbar, dass viele Käfer aus dem letzten Jahr überwintert haben und ihre Brutaktivität heuer fortsetzen werden. In ihrer aktuellen Entwicklungsphase legen die Insekten Fraßgänge an, die durch den Auswurf von Bohrmehl sichtbar werden. Zur Verfärbung der Kronen wird es erst zu einem späteren Zeitpunkt kommen.
01.06.2012
Autor:Henning Fleßner
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