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Austriebsbehandlung bei Wein

Bei frühen Lagen und Sorten hat bereits Knospenschwellen eingesetzt. Bei steigenden ­Temperaturen ist mit zügigem ­Antriebsbeginn zu rechnen.
Junges Weinlaub © Klaper
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Junges Weinlaub © Klaper
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Junges Weinlaub © Klaper
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In Anlagen mit Befall von Kräuselmilbe, Pockenmilbe, Schildlaus oder Roter Spinne im Vorjahr wird bei einer Temperatur ab 18 Grad mit nachfolgender Trockenphase eine Behandlung mit 7,5 Kilo je Hektar Netzschwefel empfohlen. Nur eine gute beidseitige Benetzung des einjährigen Holzes und der Stammbasis (Schlauchspritzung, Wasseraufwand 400 bis 600 Liter je Hektar) ohne nachfolgende Nässeperiode führt zum gewünschten Behandlungserfolg. Zulassungsbestimmungen beachten – nicht alle Netzschwefelpräparate sind für die Austriebsbehandlung zugelassen! Im Hinblick auf Schildläuse und überwinternde Eier von Roter Spinne oder Amerikanischer Rebzikade ist noch vor Knospenaufbruch eine Kombination oder eine separate Behandlung mit einem zugelassenen Ölpräparat (Austriebsspritzmittel 7E, Paroil, u.a., maximal 8 Liter je Hektar) empfehlenswert. Achtung: Eine Behandlung mit der Mischung Netzschwefel und Ölpräparat kann nach Knospenaufbruch bei Sichtbarwerden der ersten Blätter zu starken Verbrennungen führen (zweites Bild v.l.). Eine zweite Netzschwefelbehandlung (3 bis 4 Kilo je Hektar) bis zum Fünfblatt-Stadium unter Beimengung eines Belagsmittels (siehe Schwarzfleckenkrankheit) ist bei verzögertem Austrieb empfehlenswert (Nebenwirkung auch auf Oidium).

Schwarzfleckenkrankheit

In Lagen mit besonders starkem Auftreten ist der Einsatz eines Belagsmittels nach dem Knospenaufbruch beispielsweise mit Dithane Neo Tec, Polyram (in Summe maximal zweimal vor der Blüte, Wirkung auch gegen Schwarzfäule); Delan WG oder Delan SC 750 (Indikation Roter Brenner), Ortho-Phaltan, Folpan oder Flint (Wirkung auch gegen Oidium und Schwarzfäule) sinnvoll. Eine Behandlung verhindert das Keimen der Pilzsporen bei feuchter und kühler Witterung. Es ist darauf zu achten, dass in weiterer Folge immer ein entsprechender Fungizidbelag bis zum Beginn der Peronosporabehandlung vorhanden ist. Augenmerk auf Symptome wie Schwarze Pusteln (drittes Bild v.l.), aufgehelltes Rebholz bei Müller-Thurgau, Welschriesling, Blauer Wildbacher und anderen Sorten legen.

Amerikanische Rebzikade

Das Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Rebzikade wurde für das Jahr 2012 neu festgelegt (siehe Kasten unten). Eine für den Bioweinbau im Maßnahmengebiet verpflichtende und für IP-Betriebe empfohlene Maßnahme ist eine Ölbehandlung vor Knospenaufbruch. Nur eine gute Benetzung (Stockwaschung) führt zu ausreichenden Wirkungsgraden. Vor dem Austrieb kann man gegebenenfalls Öl mit Netzschwefel mischen (siehe Kräuselmilbe). Diese Behandlung ist nicht raubmilbenschädigend.

Verordnungsgebiet

Bewirtschafter von Weingärten in folgenden Gebieten müssen entsprechend der Warnmeldungen Maßnahmen durchführen:
  • Im gesamten Bezirk Radkersburg
  • Im Bezirk Feldbach in den Gemeinden: Aug-Radisch, Bad Gleichenberg, Bairisch Kölldorf, Fehring, Feldbach, Frutten-Gießelsdorf, Gnas, Gossendorf, Grabersdorf, Jagerberg, Johnsdorf-Brunn, Kapfenstein, Kornberg bei Riegersburg, Krusdorf, Leitersdorf im Raabtal, Lödersdorf, Maierdorf, Merkendorf, Mühldorf bei Feldbach, Pertlstein, Poppendorf, Raabau, Raning, St. Anna am Aigen, Stainz bei Straden, Trautmannsdorf in Oststeiermark und Unterauersbach
  • Im Bezirk Leibnitz in den Gemeinden Arnfels, Berghausen, Ehrenhausen, Eichberg-Trautenburg, Gamlitz, Glanz, Gleinstätten, Großklein, Heimschuh, Kaindorf an der Sulm, Kitzeck, Leibnitz, Leutschach, Oberhaag, Pistorf, Ratsch, Retznei, St. Andrä-Höch, St. Johann im Saggautal, St. Nikolai im Sausal, Schloßberg, Seggauberg, Spielfeld, Sulztal, Tillmitsch und Wagna
  • Im Bezirk Deutschlandsberg in den Gemeinden Sulmeck-Greith und Pölfing-Brunn

Waldrandlagen

In den vergangenen Jahren in Waldrandlagen immer wieder aufgetreten, bleibt heuer abzuwarten ob und wann das Auftreten von Eulenraupen zu beobachten ist. Diese fressen beim Sichtbarwerden des ersten Grüns die Knospen zur Gänze aus, im Gegensatz zum Wildverbiss. Bei Kontrollgängen können Raupen abgesammelt oder befallene Randreihen – nicht die gesamte Anlage – mit Steward, Spintor oder Reldan 2E (Zulassungsbestimmungen beachten) behandelt werden. Zur Fernhaltung von Rehwild wird in den Waldrandreihen eine Behandlung mit Trico (10 bis 15 Liter je Hektar mit höchstens 150 Liter Wasser) empfohlen.
11.04.2012
Autor:Josef Klement
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